Der erneute Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog West ist gelöscht. Ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte am Morgen: „Der Brand ist beendet.“ Nach Angaben der Einsatzkräfte hatten die Flammen zwischenzeitlich eine Fläche von rund 250 Hektar erfasst. Das entspricht etwa 350 Fußballfeldern. Es ist der zweite Brand auf dem Gelände innerhalb weniger Tage.
Bereits am vergangenen Wochenende hatte dort ein Waldstück von etwa acht Hektar gebrannt. Die Ausdehnung des damaligen Feuers wurde mithilfe einer Drohne erfasst, der Brand konnte gelöscht werden. Nur Tage später flammte nun erneut ein Feuer auf. „Das Feuer sei mit einem Schlag da gewesen“, hatte eine Sprecherin der Feuerwehr zuvor gesagt. Die Feuer brechen auf dem Areal offenbar besonders schnell aus.
Munitionsbelastung erschwert Löscharbeiten
Das Gelände bei Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming ist stark mit Kampfmitteln durchsetzt. Über Jahrzehnte wurde es militärisch genutzt. Zunächst durch die Wehrmacht, später durch die Sowjetarmee. Vor ihrem Abzug 1994 hinterließen die Truppen große Mengen an Munition und Granaten. Eine vollständige Räumung wurde nie durchgeführt. Deshalb können die Feuerwehrkräfte in bestimmte Bereiche nicht vordringen – das Betreten wäre lebensgefährlich.
Die Löscharbeiten müssen daher häufig aus der Luft koordiniert werden. Drohnen liefern den Einsatzkräften ein präzises Bild von der Lage, ohne dass Menschen in die Gefahrenzone müssen. Sie erfassen die Ausdehnung der Flammen und zeigen, wo sich das Feuer weiter ausbreiten könnte. Auch bei der Bekämpfung der jüngsten Brände spielten Drohnen eine wichtige Rolle. Zudem kommen Wärmebildkameras zum Einsatz, um versteckte Glutnester aufzuspüren.
Jüterbog: Eine Stadt mit militärischer Vergangenheit
Die Stadt Jüterbog liegt im Südwesten Brandenburgs, etwa 70 Kilometer südlich von Berlin. Sie blickt auf eine lange Militärgeschichte zurück: Schon im Kaiserreich waren hier Soldaten stationiert, später nutzten die Nationalsozialisten und nach dem Zweiten Weltkrieg die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Das ehemalige Übungsareal zählt zu den größten seiner Art in Deutschland. Nach dem Abzug der Roten Armee blieb das Land weitgehend sich selbst überlassen. Auf den unzugänglichen Flächen konnten sich seltene Tier- und Pflanzenarten ansiedeln.
In den vergangenen Jahren ist es auf dem ehemaligen Militärgelände wiederholt zu Bränden gekommen. Besonders in trockenen Sommermonaten brennen das dürre Gras und die Kiefern. Da die Feuerwehr die betroffenen Zonen oft nicht betreten kann, greifen die Flammen schnell um sich.
Brandenburg: Ausgedehnte Wälder und trockene Böden
Brandenburg gilt bundesweit als einer der Brennpunkte für Waldbrände. Die Ursachen liegen in den ausgedehnten Kiefernwäldern, den geringen Niederschlägen und den leichten Sandböden. Diese Böden speichern nur wenig Feuchtigkeit, sodass die Vegetation schon nach kurzer Trockenheit ausdörrt. Auf ehemaligen Militärflächen kommt erschwerend die Munitionsbelastung hinzu. Die Kombination aus trockener Vegetation und unzugänglichem Gelände macht diese Regionen besonders anfällig. Auch andernorts in Brandenburg müssen die Feuerwehren in den Sommermonaten immer wieder ausrücken.
Der Regen am Abend hat die Flammen in Jüterbog nun gelöscht. Die Feuerwehr kann nach dem Einsatz beruhigt Bilanz ziehen. Doch die Gefahr ist nicht gebannt: Sollte die Trockenheit zurückkehren, drohen neue Brände. Die Feuerwehr bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft und wird das Gelände weiterhin aufmerksam beobachten. Die Behörden warnen eindringlich davor, das Gelände zu betreten.
Diese Meldung basiert auf Informationen der Deutschen Presse-Agentur.



