München – Die Spritpreise in Deutschland reagieren nur verhalten auf die jüngste Entspannung im Nahen Osten. Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran sind die Ölpreise zwar gefallen, doch an den Tankstellen ist davon bisher wenig zu spüren. Der ADAC kritisiert, dass die gesunkenen Rohölkosten nicht im angemessenen Umfang an die Autofahrer weitergegeben werden. Der Verkehrsclub fordert eine rasche Preissenkung.
Preise bewegen sich kaum
Am Sonntag lag der bundesweite Tagesdurchschnitt für einen Liter Super E10 bei 1,877 Euro. Seit Mittwoch der Vorwoche hat sich der Preis nur minimal verändert – damals betrug er 1,871 Euro. Bei Diesel zeigte sich dagegen ein leichter Abwärtstrend: Mit 1,829 Euro war der Kraftstoff am Sonntag um 2,3 Cent günstiger als am Mittwoch.
Vergleich zu Vorkriegsniveau
Im Vergleich zum Tag vor dem Kriegsbeginn ist E10 aktuell nur noch 9,9 Cent teurer, Diesel sogar nur 8,3 Cent. In der Spitzenzeit hatte sich Diesel um mehr als 70 Cent pro Liter verteuert, E10 um über 40 Cent. Allerdings werden die aktuellen Preise durch den Tankrabatt der Bundesregierung gedrückt: Pro Liter verzichtet der Staat auf Steuern in Höhe von 16,7 Cent. Dieser Rabatt läuft zum Monatsende aus, sodass die Preise an den Zapfsäulen dann wieder steigen dürften.
Der ADAC betont, dass die Mineralölkonzerne die gesunkenen Ölpreise nun schnell an die Verbraucher weitergeben sollten. „Die Autofahrer haben ein Recht auf faire Preise“, so ein Sprecher. Die Entwicklung an den Rohstoffmärkten müsse sich zeitnah an den Tankstellen niederschlagen.



