Stadtwerke Waren beenden Beteiligung an Windkraft-Gesellschaft
Die Stadtwerke Waren beenden ihre Beteiligung an der Kommunalwind Nord GmbH, um finanzielle Mittel für eigene Energieprojekte freizusetzen. Ein entsprechender Beschluss erhielt auf der jüngsten Stadtvertretersitzung in Waren mehrheitlich grünes Licht und wurde von der AfD eingebracht.
Kein einziges Projekt in der Region Waren umgesetzt
Die Warener Anteile sollen vollständig vom Mitgesellschafter, den Stadtwerken Prenzlau, übernommen werden, was der Partner aus Brandenburg zuletzt vorgeschlagen hatte. Raoul Bajorat (AfD) erklärte zum Hintergrund, dass in den 13 Jahren seit Bestehen des Gemeinschaftsunternehmens zwar 16 Projekte umgesetzt wurden, jedoch kein einziges davon in der Region Waren. Alle Projekte seien ausschließlich im Raum Prenzlau realisiert worden.
„Hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand“, so Bajorat, sei zu erfahren, dass die eigenen Stadtwerke die Beteiligung lediglich eingegangen seien, um auf dem Papier Aktivitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien vorweisen zu können. Inzwischen hätten sich die Bedingungen verändert, da etwa 1,4 Prozent der Landesfläche in Mecklenburg-Vorpommern bis Ende 2027 für die Windenergie ausgewiesen werden sollen. Davor schütze dann auch keine Beteiligung auf dem Papier mehr.
Mehr als drei Millionen Euro für eigene Projekte freisetzen
Andererseits sind 3,19 Millionen Euro als Einlage der Stadt Waren in der Kommunalwind Nord gebunden – Geld, welches die Warener Stadtwerke angesichts kommender Herausforderungen dringend benötigen. Bajorat nannte dabei konkret den Erhalt und den Ausbau der Geothermie sowie der Energienetze in Waren.
Das alles sei zwar nicht in Abrede zu stellen, so Christian Holz von der CDU, dennoch kritisierte er, dass der Beschluss den Aufsichtsrat der Stadtwerke übergehe. Der richtige Weg wäre gewesen, zunächst dort den Rückzug aus dem Gemeinschaftsunternehmen zu beschließen und den Vorschlag dann zur finalen Entscheidung der Stadtvertretung vorzulegen.
Die Stadtwerke Waren setzen damit einen strategischen Schritt, um finanzielle Ressourcen für lokale Energieprojekte zu bündeln und sich von einer Beteiligung zu trennen, die bisher keine Projekte in der eigenen Region vorweisen konnte.



