Strom- und Gaspreise: Bundesnetzagentur rät zu Lieferantenwechsel trotz Iran-Krieg
Die Großhandelspreise für Erdgas sind in jüngster Zeit stark angestiegen, doch die Bundesnetzagentur gibt Entwarnung für Haushaltskunden: Unmittelbare Auswirkungen auf die Strom- und Gaspreise für private Verbraucher sind derzeit nicht zu erwarten. Dies gilt trotz der Preiseffekte auf den Weltmärkten, die durch den Iran-Krieg verursacht werden könnten.
Keine direkten Folgen für Haushalte durch Konflikt
Ein Sprecher der Bundesnetzagentur erklärte, dass die Effekte des Konflikts bei längerfristigen Verträgen, wie sie typischerweise von Haushalten genutzt werden, aufgrund von Preisgarantien nicht sofort spürbar seien. „Die Auswirkungen auf künftige Lieferantenwechsel sowie die damit verbundenen Einsparpotenziale sind aktuell noch nicht belastbar absehbar“, so der Sprecher. Die Behörde betont jedoch, dass sich die Situation ändern könnte, je nachdem, wie lange der Konflikt andauert.
Preise für Neukunden gesunken – Wechsel lohnt sich
Zuletzt sind die Strom- und Gaspreise für Neukunden zum Jahresbeginn gesunken, was auf gesunkene Beschaffungspreise und staatliche Zuschüsse zurückzuführen ist. Die Bundesnetzagentur nutzte diese Entwicklung, um Verbraucher aufzufordern, ihre Verträge zu überprüfen. „Lieferantenwechsel kann sich lohnen“, heißt es auf der Info-Plattform Smard der Behörde. Strom- und Gaspreise verändern sich fortlaufend, wodurch Neukundenangebote oft günstiger sein können als bestehende Verträge.
Insbesondere Haushalte in der Grundversorgung oder mit langjährigen Verträgen könnten durch einen Wechsel zu günstigeren Tarifen ihre Kosten erheblich reduzieren. „Häufig erhöht sich gerade im zweiten Jahr der Belieferung der Strompreis überdurchschnittlich“, warnt die Netzagentur. Hinter dieser Praxis stehe oft die Hoffnung der Unternehmen, dass Kunden träge bleiben und ihre Verträge ungeprüft beibehalten.
Konkrete Einsparungen und Wechselzahlen
Der von der Bundesnetzagentur modellierte Strom-Gesamtpreis für Neukunden lag im Januar 2026 im Durchschnitt bei 34,9 Cent je Kilowattstunde (kWh), was einem Rückgang von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden bedeutet dies eine Einsparung von rund 95 Euro bei einem Neuabschluss ohne Boni.
Auch der Gaspreis für Neukunden ist gesunken: Im Januar 2026 lag er im Schnitt bei 9,6 Cent je Kilowattstunde, 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden ergibt sich hier eine Ersparnis von gut 340 Euro.
Die Bundesnetzagentur berichtet weiter, dass im Jahr 2025 etwa 6,7 Millionen Haushaltskunden ihren Stromlieferanten gewechselt haben, während es 2024 noch 6,9 Millionen waren. Beim Gas wechselten im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Haushaltskunden, verglichen mit 2,4 Millionen im Vorjahr. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung regelmäßiger Vertragsprüfungen für Verbraucher, um von günstigeren Angeboten zu profitieren.



