Der Energiekonzern Total führt angesichts des wiederaufflammenden Iran-Kriegs und steigender Kraftstoffpreise für sein Tankstellennetz in Frankreich erneut einen Spritpreis-Deckel ein. Ab sofort werde der Preis für Benzin auf 1,99 Euro und der für Diesel auf 2,25 Euro pro Liter gedeckelt, teilte Total in Paris mit. Die Höchstpreise gelten an den rund 3.300 Tankstellen des Konzerns in Frankreich. An drei Wochenenden im Ferienmonat August, an denen besonders viele Menschen verreisen, gibt es auch Diesel für 1,99 Euro.
Hintergrund des erneuten Deckels
Total hatte die Spritpreise bereits im Mai und Juni zeitweise gedeckelt. Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hatte den französischen Energieriesen zuvor mit klaren Worten aufgerufen, die Verbraucher an seinen angesichts der Energiekrise kräftig gestiegenen Gewinnen „auf schnellem und einfachem Weg“ teilhaben zu lassen. Nach Einführen des Spritpreis-Deckels wehrte Total sich bislang erfolgreich gegen Forderungen aus Teilen der Politik, der Konzern solle wegen sprudelnder Gewinne eine sogenannte Übergewinnsteuer zahlen.
Situation in Deutschland
In Deutschland plant die Regierung trotz stark gestiegener Spritpreise derzeit keine neuen Entlastungen für Autofahrer. Man habe Entlastungsmaßnahmen beendet, und momentan sehe man keine neuen Maßnahmen, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Montag in Berlin. Er verwies auf Schwankungen des Spritpreises je nach Lage im Iran-Krieg und der Straße von Hormus. Damit werde man noch eine Weile leben müssen. Die Bundesregierung werde die Lage genau beobachten. Momentan gebe es aber keine Notwendigkeit für neue Entlastungen.
Auswirkungen auf Verbraucher
Der Spritpreis-Deckel in Frankreich bedeutet für Autofahrerinnen und Autofahrer eine spürbare Entlastung an den Tankstellen von Total. Während die Preise an anderen Tankstellen weiterhin stark schwanken können, profitieren Kunden von Total von festgelegten Höchstpreisen. Insbesondere an den drei August-Wochenenden mit Diesel zum Benzinpreis von 1,99 Euro ist mit einem erhöhten Andrang zu rechnen. Die Maßnahme zeigt, wie Energiekonzerne auf politischen Druck reagieren und gleichzeitig versuchen, einer Übergewinnsteuer zu entgehen.



