Wegner zeigt Reue nach Kritik an Krisenkommunikation
Fast drei Monate nach dem verheerenden Stromausfall in Berlin steht der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) weiterhin in der öffentlichen Kritik. Nun hat sich der CDU-Politiker in einem Interview mit der "B.Z." zerknirscht gezeigt und Fehler in seiner Kommunikation während der Krise eingeräumt.
Entschuldigung an die Berliner Bevölkerung
"Ich möchte mich dafür bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen. Es tut mir aufrichtig leid", erklärte Wegner gegenüber der Zeitung. Der Bürgermeister gestand ein, dass durch seine Kommunikationsfehler ein falscher Eindruck entstanden sei, den er zutiefst bedauere.
Gleichzeitig betonte Wegner, dass er sich mit aller Kraft um die Bewältigung der Krise gekümmert habe, sobald das Ausmaß des Stromausfalls absehbar gewesen sei. "Ich habe meinen Job gemacht", unterstrich der Regierungschef in seiner Stellungnahme.
Anhaltende Kritik an Wegners Verhalten
Die Kritik an Wegner konzentriert sich insbesondere auf seine Angaben zum 3. Januar, dem ersten Tag des großflächigen Stromausfalls. Recherchen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) hatten ergeben, dass der CDU-Politiker zunächst verschwiegen hatte, mittags für eine Stunde Tennis gespielt zu haben.
Vergangene Woche geriet Wegner erneut unter Druck, nachdem der "Tagesspiegel" über seinen Tagesablauf während der Krise berichtet hatte. Der Stromausfall war mutmaßlich die Folge eines linksextremistischen Brandanschlags gewesen, der die Energieversorgung der Hauptstadt lahmlegte.
Wiederholte Selbstkritik und politischer Kontext
Bereits im Januar hatte sich Wegner selbstkritisch zu seiner Kommunikation während der Krise geäußert. Der seit April 2023 amtierende Regierungschef führt eine Koalition aus CDU und SPD an.
Die aktuelle Debatte findet vor einem wichtigen politischen Termin statt: Am 20. September wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Die Kommunikationsprobleme des Bürgermeisters könnten somit auch wahlkampfrelevante Auswirkungen haben.
Die Entschuldigung Wegners markiert einen Versuch, das Vertrauen der Berliner Bevölkerung nach der als unzureichend empfundenen Krisenkommunikation wiederherzustellen. Ob diese Geste ausreicht, um die anhaltende Kritik zu besänftigen, bleibt abzuwarten.



