Experten simulieren 12-Uhr-Spritpreis-Regel: Pendler müssen mit drastischen Preissprüngen rechnen
12-Uhr-Spritpreis-Regel: Pendler zahlen deutlich mehr

Geplante 12-Uhr-Regel für Spritpreise: Simulation offenbart massive Belastung für Pendler

Die von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) geplante Neuregelung für Tankstellenpreise nach österreichischem Vorbild könnte für Millionen Berufspendler in Deutschland zu erheblichen finanziellen Mehrbelastungen führen. Das Vergleichsportal Benzinpreis.de hat eine detaillierte Simulation der sogenannten 12-Uhr-Regel durchgeführt, bei der Tankstellen nur einmal täglich – um 12 Uhr mittags – ihre Preise erhöhen dürfen.

Drastische Preissprünge um 12 Uhr drohen

Die Analyse des Portals, das Zugriff auf Umsätze, Angebot und Nachfrage an deutschen Tankstellen hat, kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Um die Gewinne der Mineralölkonzerne bei gleichbleibendem Niveau zu halten, müsste der Spritpreis um 12 Uhr mittags mit einem einmaligen Sprung von etwa 31,5 Cent pro Liter angehoben werden. Zum Vergleich: Die derzeitige tägliche Preisspanne zwischen niedrigstem und höchstem Preis beträgt nur etwa ein Drittel dieses Wertes, verteilt sich jedoch auf bis zu 50 Preisveränderungen über den gesamten Tag.

Pendler werden besonders hart getroffen

Die Simulation zeigt ein grundlegend verändertes Preisgefüge auf: Von Mitternacht bis kurz vor 12 Uhr würde der Preis kontinuierlich fallen, wobei der günstigste Zeitpunkt zwischen 10 und 11.59 Uhr läge – genau dann, wenn die meisten Berufstätigen arbeiten. Das eigentliche Problem entsteht für die sogenannten Feierabend-Tanker: Zwischen 16 und 18 Uhr werden derzeit 23,7 Prozent des täglichen Tankvolumens abgesetzt, die stärkste Phase des Tages. Künftig würde genau diese Zeit in der teuren Nachmittagsstrecke nach dem 12-Uhr-Preissprung liegen.

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Die Konsequenz laut Prognose: Wer nach der Arbeit tankt, müsste bis zu knapp 3 Cent pro Liter mehr bezahlen als bisher. Besonders betroffen wären Berufsgruppen wie Handwerker, Außendienstmitarbeiter und Pendler, die auf ihr Auto angewiesen sind.

Umsatzeinbrüche und verändertes Tankverhalten erwartet

Die Experten weisen auf weitere Probleme hin: Der Umsatz in der Zeit nach der einmaligen täglichen Preiserhöhung würde voraussichtlich komplett einbrechen. Viele Autofahrer würden an der Tankstelle vorbeifahren, wenn die Preise nach 12 Uhr noch hoch sind – insbesondere in der Hauptnachfragezeit am späten Nachmittag. Dies könnte zu unerwünschten Verhaltensänderungen bei Verbrauchern führen.

Datenbasis der Analyse

Für die Simulation werteten die Experten von Benzinpreis.de alle gemeldeten Preisänderungen aus der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe aus. Analysiert wurden 11 Werktage an 14.000 Tankstellen für den Kraftstoff E10, was eine fundierte Prognose ermöglicht.

Es bleibt jedoch unklar, ob in Deutschland tatsächlich genau die 12-Uhr-Regel eingeführt wird oder ob eine andere Uhrzeit für die tägliche Preisanpassung beschlossen wird. Wirtschaftsministerin Reiche hat angekündigt, die exorbitanten Preissprünge an deutschen Tankstellen kartellrechtlich prüfen zu lassen.

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