Bafin warnt: Jeder siebte Immobilienkredit ist riskant
Bafin warnt vor Immobilienkredit-Risiken

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat Verbraucher vor den Gefahren riskanter Immobilienkredite gewarnt. Laut Präsident Mark Branson ist bei rund jedem siebten neu vergebenen Immobilienkredit in Deutschland das Darlehensvolumen höher als der Wert der finanzierten Immobilie. Dies sei im europäischen Vergleich ein Spitzenwert und werde von der Aufsicht kritisch gesehen.

Hochrisiko-Immobilienkredite: Gefahr für Verbraucher und Banken

Branson erklärte, dass solche Kredite ein erhöhtes Verlustpotenzial für Banken darstellten und für Verbraucher problematisch seien, insbesondere bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Ein Einschreiten der Behörde sei nicht ausgeschlossen: „Die riskanten Neukredite von heute dürfen nicht die Problemkredite von morgen werden.“ Besonders fatal sei es, wenn selbst ein Verkauf der Immobilie nicht ausreiche, um die Finanzierung abzulösen. Hochrisiko-Immobilienkredite seien weder für Kreditinstitute noch für Verbraucher gut.

Einfluss des Iran-Kriegs auf den Immobilienmarkt

Der Iran-Krieg habe den Druck auf Verbraucher bei der Suche nach einem Eigenheim weiter erhöht. Inflationsängste trieben die Zinsen nach oben, während die Immobilienpreise anzögen. Im März verzeichnete das Geschäft mit Baufinanzierungen einen Zuwachs, da viele Käufer noch schnell akzeptable Konditionen sichern wollten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Warnung vor KI-gestützten Cyberangriffen

Branson warnte zudem vor einer wachsenden Bedrohung durch Cyberrisiken. Kriminelle nutzten immer häufiger Künstliche Intelligenz (KI) für Angriffe. „Die neuen KI-Anwendungen können viele Schwachstellen in IT-Systemen finden und ausnutzen – und das sehr schnell.“ Unternehmen müssten sich darauf einstellen, dass die Zahl potenzieller Angriffspunkte steige, und diese Schwachstellen viel schneller schließen. Die Bafin verstärke ihre Aufsicht über Cyber-Risiken mit zusätzlichen Ressourcen. Auch die Infrastruktur, etwa Energieversorger, sei verwundbar.

Gefährliche KI-Software „Claude Mythos“

Erst kürzlich hatte das Bundesfinanzministerium vor Risiken durch neuartige KI-Modelle wie „Claude Mythos“ der US-Firma Anthropic gewarnt. Diese Software durchsucht Betriebssysteme und Browser automatisiert nach Schwachstellen und liefert zugleich die passenden digitalen Angriffswerkzeuge. In falschen Händen wäre „Mythos“ eine gefährliche Waffe, die die Cyber-Bedrohungslage verschärft und die Finanzstabilität gefährden könnte.

Börsenrekorde trotz Krisen alarmieren Bafin

Die jüngste Rekordjagd an den Börsen trotz des Iran-Kriegs bereitet Branson ebenfalls Sorgen. Das Potenzial für plötzliche Markt- und Preiskorrekturen bleibe hoch, da die Kursentwicklungen die hohen Risiken nicht widerspiegelten. Der Dax notiere nur knapp unter seinem Höchststand von Januar, der US-Index S&P 500 sogar auf Rekordniveau. Die ökonomische Lage habe sich seitdem nicht verbessert; selbst bei einer Beilegung des Iran-Kriegs würden Schäden an Energieanlagen die Wirtschaft noch lange belasten.

Risiken durch Private Debt und ELTIFs

Mit Sorge beobachtet die Bafin zudem die oft intransparente alternative Kreditvergabe durch Nicht-Banken (Private Debt). Durch die Finanzierung von Private-Debt-Anbietern durch Banken könnten Risiken in den Bankensektor gelangen. Auch Versicherer hätten verstärkt in Private Debt investiert. Kritisch sieht die Aufsicht den Vertrieb von Private-Markets-Produkten an Privatkunden, etwa in Form spezieller Fonds (ELTIFs). Diese seien oft teurer, intransparent und beim Verkauf drohten Verluste.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration