Neue Spritpreis-Regel: Nur einmal tägliche Erhöhung soll Tank-Abzocke stoppen
Neue Spritpreis-Regel: Nur einmal tägliche Erhöhung

Neue Spritpreis-Regelung: Nur eine tägliche Preiserhöhung soll kommen

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) plant eine grundlegende Änderung bei der Preisgestaltung an deutschen Tankstellen. Nach österreichischem Vorbild soll künftig nur noch einmal pro Tag eine Preiserhöhung für Benzin und Diesel erlaubt sein. Eine Preissenkung bleibt hingegen jederzeit möglich, auch mehrmals täglich.

Vorbild Österreich: Mittagszeit als kritischer Moment

In Österreich dürfen Tankstellen nur um 12 Uhr mittags ihre Preise erhöhen. Dieses Modell möchte Reiche nun auch in Deutschland einführen. Die Ministerin sprach von einer „Rakete“ bei Preiserhöhungen, während fallende Kosten nur langsam an die Verbraucher weitergegeben würden. „Diesen Mechanismus wollen wir durchbrechen“, erklärte Reiche.

Expertenmeinungen: Zwischen Planungssicherheit und Risiken

ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski (54) begrüßt die geplante Regel grundsätzlich: „Das ist eine gute Regel. Laufende Preisanpassungen sind für Verbraucher nachteilig, weil Benzin und Diesel in der Regel teurer als günstiger werden.“ Er sieht darin mehr Planungssicherheit für Autofahrer.

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Allerdings warnen Experten vor möglichen Nebenwirkungen:

  • Verkehrsexperte Thomas Puls (51, IW Köln) befürchtet, dass Tankstellen mit höheren Startpreisen beginnen könnten
  • Prof. Manuel Frondel (61, RWI Essen) sieht keine ausreichende Forschung zu den Auswirkungen auf Endpreise
  • Die Monopolkommission unter Tomaso Duso (54) fordert Klärung vieler Detailfragen

Politische Reaktionen: Von Zustimmung bis scharfer Kritik

Während die Wirtschaftsministerin ihre Pläne vorantreibt, gibt es auch deutliche Kritik. FDP-Chef Christian Dürr (48) bezeichnet den Vorstoß als „verzweifelte Scheinlösung“ und fordert stattdessen Steuerentlastungen beim Sprit.

Verkehrsexperte Puls rät Autofahrern für den Fall einer Übernahme des Österreich-Modells: „Tanken um die Mittagszeit vermeiden. Zu diesem Zeitpunkt steigen dann die Preise.“

Die Diskussion zeigt, dass die geplante Nur-einmal-rauf-Regel sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Ob sie tatsächlich zu fairen Preisen führt oder möglicherweise sogar zu höheren Ausgaben für Autofahrer, bleibt abzuwarten.

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