Schufa macht Bonitätsberechnung transparenter: Verbraucher können Score ab März selbst nachrechnen
Schufa: Ab März Bonität selbst nachrechnen

Schufa öffnet die Blackbox: Neuer Score ermöglicht Verbrauchern Einblick in Bonitätsberechnung

Die Schufa, oft als undurchsichtige "Blackbox" kritisiert, geht einen Schritt in Richtung mehr Transparenz. Ab dem 17. März 2026 können Verbraucherinnen und Verbraucher ihren neuen, vereinfachten Score kostenfrei einsehen. Dieser Score ist ein zentraler Faktor bei der Vergabe von Krediten und anderen Verträgen.

Wie der neue Schufa-Score funktioniert

Das Versprechen der Auskunftei aus Wiesbaden: Laien können ohne großen Aufwand nachrechnen, wie ihre Kreditwürdigkeit bewertet wird. Dafür werden zwölf verständliche Kriterien mit Punkten bewertet, die in einer Gesamtsumme von 100 bis 999 resultieren. Zu diesen Kriterien gehören:

  • Alter der ältesten Kreditkarte
  • Alter der aktuellen Adresse
  • Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten in den letzten 12 Monaten
  • Kredit mit der längsten Restlaufzeit
  • Anzahl von Anfragen im Bereich Telekommunikation und Online-Handel im letzten Jahr
  • Alter des ältesten Bankvertrags
  • Vorliegen eines Immobilienkredits oder einer Bürgschaft
  • Aufgenommene Ratenkredite in den letzten 12 Monaten
  • Kreditstatus
  • Vorliegen einer Identitätsprüfung
  • Jüngster Rahmenkredit
  • Zahlungsstörungen

Jedes dieser Kriterien erhält Punkte, die einfach addiert werden können und die Gewichtung im Score widerspiegeln. So können Verbraucher künftig leicht nachvollziehen, welche Faktoren ihren persönlichen Score beeinflussen und Änderungen besser verstehen. Eine höhere Punktzahl bedeutet eine bessere Bonität und somit eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass Rechnungen pünktlich bezahlt und Kredite zuverlässig getilgt werden.

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Hintergrund und Bedeutung der Schufa-Berechnungen

Die Schufa, 1927 als "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung" gegründet, sammelt Daten von Vertragspartnern über Girokonten, Kreditkarten, Leasingverträge und Kredite. Ihre Berechnungen sind für Banken, Versandhändler, Mobilfunkanbieter und Energielieferanten ein wichtiger Maßstab, um die Zahlungsmoral von Kunden zu bewerten, bevor Verträge geschlossen werden. Allerdings trifft die Schufa selbst keine Entscheidungen über Kreditvergaben oder Vertragsabschlüsse – diese liegen bei den jeweiligen Unternehmen, die die Schufa-Daten mit eigenen Informationen wie Einkommen und Vermögen anreichern.

Reaktionen und Kritik an der Schufa

Verbraucherschützer fordern seit langem mehr Transparenz von der Schufa, da es immer wieder Beschwerden über negative Bewertungen gibt, die auf falschen oder strittigen Daten beruhen. Die Schufa begründete ihre bisherige Zurückhaltung mit der Sorge vor Manipulation, wenn das Berechnungsmodell vollständig offengelegt würde. Mit dem neuen Score will sie nun ihr "Blackbox"-Image loswerden und mehr Vertrauen schaffen.

Praktische Umsetzung für Verbraucher

Um den neuen Schufa-Score einzusehen, müssen sich Verbraucher einmalig für einen Schufa-Account registrieren. Dieser Zugang zu persönlichen Daten ist zunächst über eine Web-Anwendung auf PC, Tablet und Smartphone verfügbar. Geplant ist zudem eine Schufa-App, die in den gängigen App-Stores zum Download angeboten werden soll. Die Schufa verfügt nach eigenen Angaben über Informationen zu 68 Millionen Menschen in Deutschland, wobei überwiegend positive Daten gespeichert sind.

Diese Neuerung markiert einen wichtigen Schritt hin zu mehr Verbraucherfreundlichkeit und Transparenz im Finanzbereich, auch wenn die Schufa betont, dass der Score nur ein Baustein in der Entscheidungsfindung der Unternehmen bleibt.

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