Schufa-Transparenz: Mehrheit der Deutschen zeigt Desinteresse an persönlichem Score
Schufa-Transparenz: Deutsche zeigen Desinteresse an Score

Schufa öffnet ihre Blackbox – doch Verbraucher zeigen wenig Interesse

Die Schufa, Deutschlands einflussreichste Auskunftei, versucht ihr langjähriges „Blackbox“-Image abzulegen und startet eine Transparenzoffensive. Ab dem 17. März können Verbraucherinnen und Verbraucher ihren vereinfachten Score kostenfrei einsehen, sofern sie sich einmalig registrieren. Doch eine aktuelle Umfrage zeichnet ein überraschendes Bild: Die Mehrheit der Deutschen zeigt kaum Interesse an den Berechnungen, die über ihre Kreditwürdigkeit entscheiden.

Umfrage enthüllt Wissenslücken und Desinteresse

Einer repräsentativen Verivox-Umfrage zufolge hat die Mehrheit in Deutschland (55,6 Prozent) den persönlichen sogenannten Schufa-Score noch nie abgerufen. Das Meinungsforschungsinstitut Innofact befragte im Februar 2026 insgesamt 1.002 Erwachsene und stellte fest, dass lediglich jeder Zehnte eine überwiegend zutreffende Vorstellung davon hat, wie die Schufa die Kreditwürdigkeit überhaupt ermittelt.

„Für den Zugang zu Krediten und wichtigen Verträgen des alltäglichen Lebens sind die bei der Schufa gespeicherten Daten von großer Bedeutung“, betont Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Trotzdem sind die meisten Menschen unzureichend oder gar nicht darüber im Bilde, wie die Auskunftei ihre Kreditwürdigkeit einschätzt und auf welcher Informationsgrundlage diese Einstufung erfolgt.“

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Neue Transparenzinitiative der Schufa

Die 1927 gegründete „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ mit Sitz in Wiesbaden verspricht nun mehr Nachvollziehbarkeit. Laien sollen ohne großen Aufwand nachrechnen können, wie die Angaben zur Kreditwürdigkeit zustande kommen. Für zwölf Kriterien werden Punkte vergeben, die in Summe zwischen 100 und 999 liegen:

  • Alter der ältesten Kreditkarte
  • Alter der aktuellen Adresse
  • Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen 12 Monaten
  • Kredit mit der längsten Restlaufzeit
  • Anzahl von Anfragen im Bereich Telekommunikation & (Online)-Handel in den vergangenen 12 Monaten
  • Alter des ältesten Bankvertrags
  • Immobilienkredit oder Bürgschaft
  • Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen 12 Monaten
  • Kreditstatus
  • Vorliegen einer Identitätsprüfung
  • Jüngster Rahmenkredit
  • Zahlungsstörungen

„Jedes Kriterium, das in den Score einfließt, erhält Punkte, die ganz einfach zusammengerechnet werden können und die Gewichtung im Score widerspiegeln“, erläutert die Schufa. Je höher die Gesamtpunktzahl, desto besser die Bonität des Verbrauchers – also die Wahrscheinlichkeit, dass Rechnungen pünktlich bezahlt und Kredite zuverlässig getilgt werden.

Bedeutung für Verbraucher und Wirtschaft

Die Berechnungen von Auskunfteien wie Schufa, Creditreform oder Crif sind für Banken, Versandhändler, Mobilfunkanbieter und Energielieferanten ein wichtiger Maßstab. Sie wollen wissen, wie es um die Zahlungsmoral ihrer Kundschaft bestellt ist, bevor Verträge geschlossen und Waren übergeben werden. Eine schlechtere Bewertung kann Kredite deutlich verteuern oder sogar verhindern.

Die Schufa verfügt nach eigenen Angaben über Informationen zu 68 Millionen Menschen in Deutschland, wobei überwiegend „ausschließlich positive Informationen gespeichert“ seien. Dennoch fordern Verbraucherschützer seit langem mehr Transparenz von der Auskunftei. Immer wieder beschweren sich Verbraucher über negative Bewertungen, die aus ihrer Sicht auf falschen oder zumindest strittigen Daten beruhen.

Die Schufa argumentiert, ihr Score sei nur ein Baustein bei Kreditentscheidungen. Doch die neue Umfrage zeigt, dass trotz der angekündigten Transparenzoffensive das grundlegende Verständnis und Interesse der Verbraucher an diesen lebenswichtigen Berechnungen weiterhin gering bleibt.

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