Hitzige Debatte um Spritpreise: Staat verdient kräftig an jedem Liter Benzin und Diesel
Staat verdient kräftig an Spritpreisen - Debatte entflammt

Hitzige Debatte um Spritpreise: Staat kassiert kräftig mit

Die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland steigen seit Wochen kontinuierlich an und erreichen neue Rekordhöhen. Während die schwarz-rote Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD nun mit neuen Vorschriften für Tankstellen reagieren will, zeigt eine brisante Rechnung, dass der deutsche Staat selbst erheblich an jedem Liter Sprit mitverdient. Die Debatte um die ausufernden Spritpreise hat damit eine neue Dimension erreicht.

Regierung plant tägliche Preiserhöhungsbegrenzung

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte am Mittwoch in Berlin an, dass die Regierungskoalition ein aus Österreich bekanntes Modell einführen will. Demnach sollen Tankstellen deutschlandweit künftig nur noch einmal am Tag ihre Spritpreise erhöhen dürfen. Dies sei eine direkte Reaktion auf die aktuellen Preissprünge, die Verbraucher zunehmend belasten.

Reiche versprach zudem strengere Kontrollen der Mineralölkonzerne. Nachdem bayerischer Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zuletzt Misstrauen gegenüber möglichen Preisabsprachen im Umfeld des Iran-Kriegs geäußert hatte, betonte die Wirtschaftsministerin: „Das scharfe Schwert des Kartellarms wird künftig stärker eingesetzt werden.“

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Staatliche Abgaben treiben Preise in die Höhe

Während die politische Debatte über Preiskontrollen tobt, zeigen Berechnungen des ADAC, dass staatliche Abgaben einen erheblichen Anteil an den hohen Spritpreisen haben. Laut Automobil-Club beträgt der Steuer- und Abgabenanteil bei den aktuellen Spritpreisen im Durchschnitt rund 58 Prozent bei Benzin und etwa 48 Prozent bei Diesel.

Konkret setzt sich dieser Anteil aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Die Energiesteuer liegt bei 65,4 Cent je Liter Benzin und 47,0 Cent je Liter Diesel
  • Die CO₂-Abgabe sorgt 2026 für einen Preisanstieg von 15,7 bis 18,6 Cent je Liter Benzin
  • Bei Diesel verteuert sich der Liter durch die CO₂-Abgabe um 17,3 bis 20,5 Cent
  • Zusätzlich fällt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf den gesamten Spritpreis an

Diese Rechnung bedeutet: Von jedem Euro, den Verbraucher für Sprit bezahlen, fließen beim Benzin etwa 58 Cent und beim Diesel rund 48 Cent direkt an den deutschen Staat.

Deutschland im EU-Vergleich besonders betroffen

Die Preisunterschiede innerhalb der Europäischen Union sind erheblich. Laut Berichten des „heute journal“ des ZDF stiegen die Spritpreise in Deutschland durchschnittlich doppelt so stark wie im Rest der EU. Während in den Niederlanden die Preise noch höher liegen, sind Benzin und Diesel in Polen und Tschechien deutlich günstiger zu haben.

Ein wesentlicher Grund für diese Diskrepanz liegt in der nationalen CO₂-Abgabe, die in Deutschland 2026 bei 55 bis 65 Euro je Tonne Kohlendioxid liegt. Nur Schweden mit 119 Euro je Tonne hat innerhalb der EU eine höhere Abgabe. Auch die Energiesteuer, die laut NDR-Berichten im Jahr 2025 mehr als 65 Cent je Liter Sprit ausmachte, trägt wesentlich zu den hohen deutschen Preisen bei.

Warnungen vor weiter steigenden Preisen

Herbert Rabl, Sprecher des Tankstelleninteressenverbandes, warnte bereits in der „Bild“-Zeitung vor Preisen von bis zu 2,50 Euro pro Liter. Die Zwei-Euro-Schwelle beim E10-Benzin war bereits am Donnerstag, dem 5. März, gefallen. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die Spritpreise weiter unter Druck stehen.

Die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht damit vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits muss sie auf die berechtigten Sorgen der Verbraucher reagieren, andererseits sind die staatlichen Einnahmen aus Spritsteuern ein wichtiger Bestandteil des Haushalts. Die hitzige Debatte um die Spritpreise wird daher voraussichtlich noch weiter an Fahrt aufnehmen.

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