Umfassende Neustrukturierung bei VR Plus Altmark-Wendland
Die VR Plus Altmark-Wendland steht vor tiefgreifenden Veränderungen, die das gesamte Unternehmen und seine Mitarbeiter betreffen. Nach einer umfassenden Analyse hat der Vorstand die Notwendigkeit einer strukturellen Neuausrichtung erkannt und mit deren Umsetzung begonnen. Diese Maßnahmen bedeuten einschneidende Veränderungen für die Bank, die auf eine über 100-jährige Geschichte als gemischtwirtschaftliche Kreditgenossenschaft zurückblicken kann.
Fokussierung auf das Kerngeschäft Bank
Zentraler Bestandteil der Neustrukturierung ist die notwendige Fokussierung auf das Geschäftsfeld Bank. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Bereiche Bank und T-E-A-M (Technik, Energie, Agrar, Markt) voneinander getrennt werden müssen, um die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Konkret zeigt sich dies am Beispiel Dömitz: Aktuell verfügt der Standort noch über eine Bank-Filiale, einen Baumarkt und eine Tankstelle, die alle das Logo der VR Plus tragen. Ab 2027 wird VR Plus jedoch nur noch über der Bank-Filiale stehen.
Für die anderen Bereiche sucht die Bank bereits nach Interessenten oder möglichen Nachfolgern für diese Geschäfte, wie die Vorstände Thorsten Briest, Christoph Feil und Mathias Knoll erklärten. Diese Trennung ist notwendig geworden, nachdem die Bank bereits im April 2025 von Aufsichtsbehörden darauf hingewiesen wurde, Maßnahmen gegen eine sich abzeichnende Schieflage zu ergreifen.
Emotionale Reaktionen der Mitarbeiter
Über 800 Mitarbeiter an mehr als 40 Standorten in den Bundesländern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind von den Veränderungen betroffen. Ein großer Teil von ihnen wird zum Ende des Jahres einen neuen Arbeitgeber haben. Bei einer Mitarbeiterversammlung am 16. März verlief die Stimmung entsprechend emotional – anwesende Teilnehmer berichteten sogar von Tränen.
Die Bank betont jedoch, dass über allen Anstrengungen der Erhalt der Arbeitsplätze für die betroffenen Mitarbeiter steht, auch wenn eine Garantie in dieser Sache natürlich nicht ausgesprochen werden kann. Gleichzeitig bekräftigt die VR Plus: „Die VR PLUS ist stark genug aufgestellt, um diese Maßnahme auch wirtschaftlich zu verkraften und weiterhin als verlässlicher Geschäftspartner in und für die Region zur Verfügung zu stehen.“
Eigene Fehler und äußere Umstände
Der aktuelle Vorstand zeigt sich bei der Frage nach den Ursachen für diese tiefgreifenden Veränderungen ehrlich und räumt ein, dass die VR Plus mit ihrem Handeln nicht immer am Puls der Zeit gewesen sei. Dies habe in Kombination mit aufsichtsrechtlichen Änderungen zu einem gewissen Abwärtsstrudel geführt, der nun diese Neustrukturierung unabdingbar mache.
Die Zeit drängt dabei erheblich, wenn die VR Plus die im Stammbuch stehende Schieflage tatsächlich bis Ende 2026 wieder geraderücken will. Trotz aller Veränderungen beteuert die Bank ein klares Bekenntnis zur Region. Bisher wurde noch nicht davon gesprochen, dass auch Bank-Filialen geschlossen werden sollen, doch natürlich befindet sich auch dieses Geschäft in einem steten Wandel, der weitere Anpassungen erforderlich machen könnte.



