Butterpreise ziehen nach Preiskampf wieder an
Für Verbraucher in Deutschland wird Butter nach einer Phase sinkender Preise erstmals wieder teurer. Große Lebensmittelhändler und Discounter haben ihre Preise erhöht, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter führenden Handelsunternehmen ergab. Ein 250-Gramm-Päckchen Deutscher Markenbutter der Eigenmarken kostet jetzt 1,19 Euro statt bisher 99 Cent.
Höhere Einkaufspreise als Begründung
Aldi Nord und Lidl begründeten den Preisanstieg auf Nachfrage mit steigenden Einkaufspreisen. Eine Sprecherin von Kaufland erklärte: „Unsere Preisgestaltung orientiert sich unter anderem an der jeweiligen Marktsituation, am Wettbewerb sowie an Angebot und Nachfrage.“ Zuvor hatte bereits die „Lebensmittel Zeitung“ über die bevorstehenden Preiserhöhungen berichtet.
Die Butterpreise unterlagen in den vergangenen Jahren erheblichen Schwankungen. Im Herbst 2024 erreichte das günstigste Päckchen der Eigenmarken mit 2,39 Euro einen historischen Höchststand. Ursachen waren damals:
- Geringere Milchmengen der Landwirte
- Niedrigerer Fettgehalt der Rohmilch
- Die Blauzungenkrankheit, die bundesweit die Milchleistung betroffener Tiere einbrechen ließ
Überangebot ließ Preise zuletzt sinken
Im vergangenen Jahr fielen die Butterpreise wieder deutlich und sanken im Dezember sogar unter die Ein-Euro-Marke. Hintergrund war ein Überangebot an Milch:
- Milch wurde auf dem Weltmarkt günstiger
- Deutsche Molkereien erhielten deutlich größere Mengen als im Vorjahreszeitraum
- Der Fettanteil in der Rohmilch stieg wieder aufgrund besserer Wetter- und Futterbedingungen
Philipp Hennerkes vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels erklärte: „Wegen der niedrigen Preise sei mehr Butter abgesetzt worden. So hätten sich die Übermengen am Markt verringert. Ein geringerer Mengendruck sorgt nun für steigende Bezugspreise, die dann auch wieder zu höheren Verkaufspreisen führen.“
Starke Nachfrage treibt Preise
Marktexpertin Kerstin Keunecke von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft bestätigte, dass abgepackte Butter und Blockbutter in den ersten Monaten des Jahres stark nachgefragt worden seien. Diese erhöhte Nachfrage habe die Preise zusätzlich steigen lassen und markiert eine Wende nach der Phase des Überangebots.
Die aktuelle Preisentwicklung zeigt, wie sensibel der Buttermarkt auf Veränderungen bei Milchproduktion, Nachfrage und globalen Marktbedingungen reagiert. Verbraucher müssen sich vorerst auf höhere Preise für das beliebte Streichfett einstellen.



