Die Deko-Kette Depot schließt im Rahmen des laufenden Insolvenzverfahrens bundesweit 66 Filialen. In Berlin und Brandenburg sind neun von zehn Standorten betroffen, wie aus einer am Montag veröffentlichten Liste hervorgeht. Einzig die Filiale im Potsdamer Stern-Center bleibt geöffnet. Die meisten Geschäfte sollen nach dem Räumungsverkauf bis Ende Juli schließen, einige sind bereits geschlossen.
Betroffene Standorte in Berlin und Brandenburg
Folgende Filialen in Berlin und Brandenburg sind von den Schließungen betroffen:
- Berlin, Wiltbergstraße 23
- Berlin, Marzahner Promenade 1 A
- Berlin, Bahnhofstraße 33-38
- Brandenburg an der Havel, Hauptstraße 27
- Cottbus, Spremberger Straße 13-15
- Dallgow, Döberitzer Weg 3
- Ludwigsfelde, Potsdamer Straße 54 H
- Potsdam, Babelsberger Straße 16
- Wildau, Chausseestraße 1
Gründe für die Insolvenz
Depot-Geschäftsführer Christian Gries nannte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur drei Hauptgründe für die finanzielle Schieflage: Zölle, die zunehmende Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. „Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise“, sagte Gries. Das Unternehmen mit Sitz in Großostheim (Unterfranken) hatte im Mai beim Amtsgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt.
Entwicklung der Filialanzahl
Depot betrieb vor einigen Jahren noch rund 400 Geschäfte. Während und nach der Corona-Pandemie kämpfte die Kette mit Schwierigkeiten. Bereits 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an, woraufhin das Filialnetz drastisch auf noch gut 150 Geschäfte schrumpfte. Viele Beschäftigte verloren bereits ihren Job. Die aktuellen Schließungen reduzieren die Zahl der Filialen weiter.
Krise im Einzelhandel
Der Einzelhandel steht allgemein unter Druck: Laut Ifo-Institut fürchtet jeder sechste Händler in Deutschland um seine Existenz. Im April schätzten 17,4 Prozent der Unternehmen ihre Lage als existenzbedrohend ein – ein Rekordwert. Neben Depot meldeten auch der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Baumarktkette Hellweg kürzlich Insolvenz an. Die auf Raumausstattung spezialisierte Kette Hammer schloss im Mai ihre letzten Filialen.



