Chinesische Expansionspläne: JD.com will Media Markt als Basis für Europa-Offensive nutzen
JD.com nutzt Media Markt für Europa-Expansion

Chinesischer Online-Riese setzt auf Europa-Expansion mit Media Markt

Hinter den bekannten roten Schildern von Media Markt formieren sich ambitionierte Expansionspläne aus Fernost. Der chinesische Online-Handelsriese JD.com hat die Kontrolle über die Muttergesellschaft Ceconomy übernommen und plant nun, den Elektronikhändler als Sprungbrett für eine umfassende Europa-Offensive zu nutzen.

Formelle Genehmigungen stehen noch aus

Noch fehlen letzte formelle Genehmigungen, um die Übernahme vollständig abzuschließen, doch die strategische Richtung ist bereits klar definiert. Europa soll für JD.com zu einer zentralen Wachstumsregion werden, wofür der Konzern parallel seine Onlineplattform Joybuy ausbaut, massiv in Logistik investiert und in deutschen Städten bereits besonders schnelle Lieferdienste testet.

Wechsel an der Konzernspitze in entscheidender Phase

Mitten in dieser Transformationsphase steht auch ein Wechsel an der Spitze des Konzerns bevor. Ceconomy-Chef Kai-Ulrich Deissner will seinen Posten im Laufe des Jahres 2026 abgeben. Offiziell spricht der Manager von einer persönlichen Entscheidung, doch der Abgang fällt genau in die Zeit, in der der neue Eigentümer aus China seinen Einfluss systematisch ausbaut. Als möglicher Nachfolger steht Finanzchef Remko Rijnders bereit, der die Aufgabe übernehmen soll, Media Markt und Saturn durch die nächste Phase unter chinesischer Führung zu steuern.

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Media Markt als strategischer Baustein

Für JD.com stellt Media Markt einen zentralen Baustein der Europa-Strategie dar. Durch die Übernahme erhält der Handelsriese Zugriff auf:

  • Große Online-Shops mit etablierter Kundenbasis
  • Mehr als 1000 Filialen in ganz Europa
  • Ein dichtes Netz aus physischen Verkaufsstellen
Genau dieses Filialnetz soll künftig eine Schlüsselrolle in der Omnichannel-Strategie des Konzerns spielen.

Joybuy: Die Amazon-Alternative aus China

Parallel treibt JD.com seine eigene Plattform Joybuy voran, die stark an Amazon erinnert. Kunden können dort:

  • Fernseher und Smartphones
  • Haushaltsgeräte verschiedener Kategorien
  • Drogerieartikel und Elektronikzubehör
bestellen. Viele Produkte verkauft JD.com dabei selbst, lagert sie in eigenen Depots und liefert sie über die hauseigene Logistik aus.

Logistik-Offensive in Deutschland

Besonders stark setzt der Konzern auf den Ausbau der Logistik-Infrastruktur. In Deutschland baut JD.com:

  • Große Lagerhäuser und Distributionszentren
  • Eine eigene Lieferflotte mit spezialisierten Fahrzeugen
  • Testsysteme für ultraschnelle Lieferungen
In mehreren deutschen Städten wird bereits erprobt, ob Bestellungen noch am selben Tag beim Kunden ankommen können. Die strategische Idee dahinter: Filialen, Onlinehandel und Liefernetz enger miteinander zu verzahnen, sodass Kunden Produkte künftig nicht nur online bestellen und schneller geliefert bekommen, sondern auch direkt im Markt abholen können.

Diese umfassende Europa-Strategie markiert einen bedeutenden Wendepunkt für den Elektronikhandel in Europa und unterstreicht die globalen Ambitionen chinesischer Handelskonzerne.

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