Seit Tagen steht das Telefon von Amy Wolters nicht mehr still. Nach dem Nordkurier-Bericht über die Stilllegung der Käseproduktion in Bandelow wollen alle mit der Juniorchefin des Familienunternehmens sprechen. Alle, so die 23-Jährige, seien froh, wenn sie von ihr bestätigt bekämen, dass diese Entscheidung keinesfalls das Aus für die Firma bedeute.
Man habe auf die stark gestiegenen Energiepreise, die wachsenden regulatorischen Anforderungen sowie den zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf kleine handwerkliche Betriebe reagieren müssen. „Unter den Bedingungen war eine rentable Fortführung der hofeigenen Käseherstellung kaum noch möglich“, so Wolters.
Diese Entscheidung sei der Familie nicht leicht gefallen, da der Käse einst den Ursprung der gesamten Entwicklung markiert habe, aber es gehe weiter. Sichtbar werde das unter anderem durch die Eröffnung des neuen Hofladens in der Q-Regio-Halle in der Ortsmitte. Das bisherige „Käsestübchen“ wurde bewusst umverlagert, um an zentraler Stelle ein moderneres, vielfältigeres Einkaufserlebnis zu schaffen.
Noch gibt es auch hier den traditionellen „Uckerkaas“ zu kaufen, versichert die Uckermärkerin. Hunderte Laibe müssen ja noch reifen. Doch an seine Stelle werden nach und nach Erzeugnisse aus Holland und von anderen Herstellern treten. Die geplante Bündelung der Produktion an neuer Stelle sieht vor, dass hier fortan zwar kein Käse mehr vom Band geht, dafür aber Produkte wie Eis, Fruchtaufstriche, Liköre und Sirupe. Auch hier bleibt die eigene Milch aus der Herde die Basis.
Ihre Familie, die seit über drei Jahrzehnten in der Uckermark für landwirtschaftliche Leidenschaft, Unternehmergeist und gelebte Regionalität stehe, sehe sich auch weiterhin in Verantwortung. Deshalb sei auch niemand gekündigt worden. „Was 1994 mit dem Umzug einer holländischen Bauernfamilie begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer echten Erfolgsgeschichte. Die wollen wir natürlich fortschreiben“, bekräftigt Amy Wolters abschließend.



