Rapper Brkn: „Gott sei Dank, dass ich Kanake bin“ – neues Album
Brkn: „Gott sei Dank, dass ich Kanake bin“

Der Berliner Rapper Brkn hat sein neues Album „Kanake“ veröffentlicht. Der Titel sorgt bereits im Vorfeld für Kontroversen. Brkn selbst bezeichnet die Bezeichnung als bewusste Provokation und als Ausdruck seiner Identität. „Gott sei Dank, dass ich Kanake bin“, sagt er im Interview mit der Berliner Morgenpost.

Brkn: „Kanake“ als Selbstermächtigung

Brkn, bürgerlich Berkay B., erklärt, dass er den Begriff „Kanake“ für sich neu definieren möchte. Er sei stolz auf seine Herkunft und wolle das Wort aus der negativen Konnotation befreien. „Es ist eine Art Selbstermächtigung. Wenn ich es selbst sage, nimmt es anderen die Macht, mich damit zu verletzen“, so der Rapper.

Das Album enthält zwölf Tracks, die sich mit Themen wie Rassismus, Identität und dem Leben in Deutschland als Mensch mit Migrationshintergrund auseinandersetzen. Brkn verarbeitet darin auch eigene Erfahrungen mit Diskriminierung.

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Kontroverse um Albumtitel

Der Albumtitel „Kanake“ stößt nicht überall auf Zustimmung. Kritiker werfen Brkn vor, ein rassistisches Schimpfwort zu verharmlosen. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes äußerte sich zurückhaltend: „Jeder Mensch hat das Recht, sich selbst zu bezeichnen, wie er möchte. Dennoch bleibt der Begriff für viele verletzend.“

Brkn entgegnet, dass er genau diese Doppelmoral anprangern wolle. „Warum darf ich ‚Kanake‘ sagen, aber andere nicht? Das ist doch absurd. Es geht um die Intention und den Kontext.“

Musikalische Entwicklung

Musikalisch zeigt sich Brkn auf dem neuen Album vielseitig. Von harten Beats bis zu melancholischen Melodien ist alles dabei. Produziert wurde das Album unter anderem von bekannten Größen der deutschen Hip-Hop-Szene. Brkn selbst bezeichnet seinen Stil als „Straßenpoesie“.

Seine Fans feiern die Veröffentlichung bereits in den sozialen Medien. Innerhalb der ersten 24 Stunden nach Release erreichte das Album mehrere Hunderttausend Streams auf Spotify.

Brkn über Rassismus in Deutschland

Im Interview spricht Brkn auch über alltäglichen Rassismus. Er berichtet von Situationen, in denen er aufgrund seines Aussehens anders behandelt wurde. „Ich wurde schon oft von der Polizei kontrolliert, nur weil ich dunkle Haare habe. Das ist Realität für viele Menschen mit Migrationshintergrund.“

Mit seiner Musik wolle er eine Stimme für alle sein, die ähnliche Erfahrungen machen. „Ich will zeigen, dass wir nicht nur die Opfer sind, sondern auch stark und erfolgreich sein können.“

Zukunftsvisionen

Brkn plant bereits weitere Projekte. Neben einem möglichen zweiten Album für nächstes Jahr arbeitet er an einer Dokumentation über sein Leben. „Ich möchte meine Geschichte erzählen, um anderen Mut zu machen.“

Ob seine Provokationen auf Dauer fruchten, bleibt abzuwarten. Fest steht: Brkn hat mit „Kanake“ ein Zeichen gesetzt – und zwar eines, das nicht ignoriert werden kann.

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