Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt steht im Zentrum eines schweren Vorwurfs: Er soll im Jahr 2020 den Hitlergruß gezeigt haben. Das Magazin Politico berichtete im Podcast „Inside AfD“ über ein entsprechendes Foto, das Reichardt mit ausgestrecktem linken Arm in Anwesenheit von Parteikollegen zeigt. Die AfD wies die Darstellung umgehend zurück.
Die Vorwürfe im Detail
Das inkriminierte Foto stammt aus dem Jahr 2020. Es zeigt Reichardt, den linken Arm waagerecht ausgestreckt. Zwei Augenzeugen hätten gegenüber „Inside AfD“ bestätigt, dass es sich um einen Hitlergruß gehandelt habe, so der Bericht. Reichardt ist nicht nur sachsen-anhaltischer AfD-Chef, sondern auch Mitglied im Bundesvorstand der Partei.
AfD bestreitet und liefert eigene Erklärung
Ein Sprecher der AfD Sachsen-Anhalt erklärte auf Anfrage: „Die fragliche Geste war kein ,Hitlergruß', sondern ein angedeuteter Ritterschlag.“ Welche Worte in der fast sechs Jahre zurückliegenden Situation gewechselt worden seien, sei keiner der beteiligten Personen mehr erinnerlich. Die Partei weist die Vorwürfe entschieden zurück.
Reaktionen aus der Politik
Die sachsen-anhaltische Linken-Politikerin Eva von Angern reagierte entsetzt auf das Foto. „Dieser Gruß ist in Deutschland strafbar und steht wie kaum ein anderes Symbol für die Verbrechen des Nationalsozialismus, für Menschenverachtung, Antisemitismus und die Zerstörung der Demokratie“, sagte von Angern. „Wer den Hitlergruß zeigt, verhöhnt die Opfer des NS-Regimes und beschädigt die Demokratie.“
Rechtliche Einordnung des Hitlergrußes mit linkem Arm
Der Hitlergruß mit dem linken Arm ist in Deutschland genauso strafbar wie mit dem rechten Arm. Das Oberlandesgericht Hamm stellte im Jahr 2024 in einem Beschluss klar: Er stelle eine verbotene nationalsozialistische Grußform dar. Solche Kennzeichen sollten aus dem Bild des politischen Lebens grundsätzlich verbannt werden, begründete das Gericht.
Politische Zukunft Reichardts
Die AfD Sachsen-Anhalt plant für Juli einen Landesparteitag, bei dem auch die Wahl des Landesvorstands ansteht. Reichardt ist seit 2018 Landesvorsitzender und will erneut für das Amt kandidieren. Die Partei wird in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.



