Hoteliers in Dessau-Roßlau protestieren gegen neue Bettensteuer ab 2027
Protest gegen Bettensteuer in Dessau-Roßlau

Die geplante Einführung einer Bettensteuer in Dessau-Roßlau sorgt für erhebliche Unruhe in der Tourismusbranche. Bei einem Treffen der städtischen Marketinggesellschaft mit Betreibern von Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätzen kam es zu hitzigen Debatten. Die Stadtverwaltung will die Abgabe ab dem Jahr 2027 von allen Übernachtungsgästen erheben, um das klaffende Haushaltsloch von rund 50 Millionen Euro zu stopfen.

Hintergrund der Steuerpläne

Die Bettensteuer ist Teil eines umfassenden Haushaltskonsolidierungskonzepts, das die Stadt Dessau-Roßlau aufgestellt hat. Angesichts der prekären Finanzlage sollen neue Einnahmequellen erschlossen werden. Die Steuer soll auf jede Übernachtung in gewerblichen Unterkünften erhoben werden, wobei die genaue Höhe noch nicht feststeht. Die Stadtverwaltung erhofft sich dadurch jährliche Mehreinnahmen im einstelligen Millionenbereich.

Protest der Hoteliers

Die betroffenen Unternehmer zeigen sich empört. „Wir sollen für Fehler bezahlen, die die Stadt gemacht hat“, kritisierte ein Hotelier während des Treffens. Viele befürchten, dass die zusätzliche Abgabe Gäste abschrecken und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts schwächen könnte. Insbesondere kleinere Pensionen und Ferienwohnungen sehen ihre Existenz gefährdet. Die Branche fordert stattdessen eine effizientere Ausgabenpolitik der Stadt.

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Auswirkungen auf den Tourismus

Dessau-Roßlau ist als Kulturstadt mit dem Bauhaus-Erbe und den Wörlitzer Anlagen ein beliebtes Reiseziel. Eine Bettensteuer könnte nach Ansicht der Kritiker dazu führen, dass Besucher in Nachbargemeinden ausweichen, die keine solche Abgabe erheben. Die Stadtverwaltung hingegen verweist auf andere Städte wie Leipzig oder Dresden, wo ähnliche Steuern bereits erfolgreich praktiziert werden.

Die Diskussionen sind noch nicht abgeschlossen. Die Stadt will in den kommenden Wochen weitere Gespräche mit den Betroffenen führen, um eine Lösung zu finden, die sowohl die Haushaltslage verbessert als auch die Tourismusbranche nicht übermäßig belastet.

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