Überraschung in der Neubrandenburger Südstadt: Der Rewe-Supermarkt an der Ecke Neustrelitzer und Bergstraße wird abgerissen. Ursprünglich war eine Erweiterung geplant, nun entschied sich der Konzern für einen Neubau. Vor wenigen Tagen wurde bereits der Aldi-Markt am Eschenhof abgerissen, auch dort entsteht ein neues Gebäude.
Stadtvertretung muss über Bebauungsplan abstimmen
An gleicher Stelle soll ein zweigeschossiger Neubau mit rund 1850 Quadratmetern Verkaufsfläche und 95 Stellplätzen entstehen. Dies sieht der vorhabenbezogene Bebauungsplan Nummer 38 vor. Der Hauptausschuss hat die Vorlage in die Fachausschüsse verwiesen, die endgültige Entscheidung trifft die Stadtvertretung am 18. Juni.
Der bisherige Markt aus dem Jahr 1999 entspricht weder technisch noch funktional den heutigen Anforderungen. Die Gebäudetechnik ist überholt, und Mängel bei Zugang, Stellplatzanlage, Grundrissorganisation und Verkaufsfläche lassen sich durch Umbauten nicht beheben.
Neubau mit Laufbändern und mehr Parkplätzen
Frank Renner, Leiter des Bereichs Stadtplanung, Wirtschaft und Bauordnung, bestätigt diese Einschätzung. Der Neubau wird zweigeschossig: Im offenen Erdgeschoss entstehen 47 Parkplätze, ergänzt um 48 weitere Stellplätze auf dem Grundstück. Das Obergeschoss beherbergt die Verkaufsfläche, die über Laufbänder erreichbar ist.
Die Verkaufsfläche vergrößert sich von der bisherigen kleineren Fläche auf rund 1850 Quadratmeter. Der Zugang wird von der Stirnseite an die Längsseite des Gebäudes verlegt. Vorhabenträger ist die Stoll Vermögensverwaltung mit Sitz in Wiesbaden. Der Eigentümer betreibt drei weitere Rewe-Märkte und finanziert den Neubau aus Eigenmitteln und einem Bankdarlehen.
Vorhabenbezogener Bebauungsplan: Stadt spart Kosten
Solche vorhabenbezogenen Bebauungspläne sind im Baugesetzbuch verankert. Anders als beim klassischen Bebauungsplan stellt der Investor die Planung auf und übernimmt die Kosten. Die Stadt prüft und beschließt. Auch hier entstehen der Stadt keine finanziellen Auswirkungen.
Der Zeitplan für die Fertigstellung wird nach dem Ausschussbeschluss festgelegt. Die Stadt strebt ein beschleunigtes Verfahren nach Paragraf 13a Baugesetzbuch an, ergänzt um eine Umweltverträglichkeitsvorprüfung. Das Verfahren ist für die Wiedernutzung versiegelter Flächen vorgesehen.
Denkmalschutzauflagen berücksichtigt
Das Grundstück liegt im Bereich des Baudenkmals „Hochhausensemble Neustrelitzer Straße“. Einfügung in die Umgebung, Blickachsen, Baukörper, Farbgestaltung und Materialität wurden mit der unteren Denkmalbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern abgestimmt.
Kaufhof Süd: Vollsortimenter geplant
Im Hauptausschuss wurde auch das Areal Kaufhof Süd diskutiert. Auch dafür liegt ein Antrag auf ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren vor. Geplant ist der Abriss des Altbestands und der Bau eines neuen Einkaufszentrums mit einem Vollsortimenter. Die Stadtvertretung muss darüber gesondert entscheiden.
Ratsherr Jan Kuhnert (BSW/BfN) forderte, dass der Kaufhof Süd erst umgebaut werden darf, wenn die Erweiterung des Aldi-Marktes in der Wilhelm-Külz-Straße abgeschlossen ist. Der Aldi ist seit November 2025 wegen Modernisierung geschlossen, der Edeka im Kaufhof Süd seit August. Renner beruhigt: Die Sanierung in der Külzstraße sei zeitgleich mit dem B-Plan-Verfahren am Kaufhof Süd fertig.



