Ein leuchtendes Beispiel für Servicequalität in der Uckermark
Immer häufiger beklagen Kunden mangelnden Service und Desinteresse im Einzelhandel. Doch in Ueckermünde, einer beschaulichen Stadt in der Uckermark, beweist eine Fleischerei das genaue Gegenteil. Hier zeigt sich, dass Leidenschaft für den Beruf und echte Kundenorientierung noch existieren – und zwar in einer Form, die viele andere Geschäfte längst vergessen haben.
Die Begegnung mit einer geborenen Verkäuferin
Die Geschichte beginnt an einem freien Nachmittag, als eine Familie vergeblich nach gastronomischen Angeboten in der Region sucht. Trotz besten Frühlingswetters und zahlreicher Touristen sind viele Lokale noch geschlossen. Die Enttäuschung ist groß, bis der Blick auf die Filiale von Fleischer Robert Kriewitz in Ueckermünde fällt.
Hier trifft die Familie auf Monika Tessmann, eine 66-jährige Verkäuferin, die seit Ewigkeiten hinter dem Tresen steht. Obwohl sie eigentlich nur noch auf Zuverdienstbasis arbeitet, zeigt sie eine Hingabe zum Beruf, die ihresgleichen sucht. Monika gehört zu jener immer seltener werdenden Spezies der geborenen Verkäufer, die nicht nur Produkte anbietet, sondern echte Dienstleistung lebt.
Service, der Herzen und Mägen erobert
Monika erkennt sofort die enttäuschten Gesichter der Kunden. Obwohl der Mittagstisch eigentlich vorbei ist, springt sie sofort in Aktion. In Windeseile erwärmt sie ein Glas selbstgemachter Soljanka in der Mikrowelle. Für den jugendlichen Begleiter häuft sie reichlich Kartoffelsalat auf den Teller, gekrönt von einem knusprigen Kotelett.
Doch damit nicht genug: Weil sie die hungrigen Blicke richtig deutet, wandern auch noch ein Burger und belegte Brötchen an den Tisch. Währenddessen schneidet ihr junger Kollege Niclas Jelitte, ein 17-jähriger Auszubildender im zweiten Lehrjahr, Kostproben auf.
Ein Team mit Leidenschaft und Fachwissen
Niclas Jelitte erweist sich als würdiger Partner an Monikas Seite. Redegewandt erläutert er die Herstellungsprozesse der Fleischwaren, preist die Qualität der Produkte und lobt seinen Chef in den höchsten Tönen. „Das ist ein Macher“, betonen beide Mitarbeiter mit spürbarem Stolz.
Die Auswahl an Kostproben ist beeindruckend:
- Fenchelsalami mit intensivem Aroma
- Mediterranes Filet mit feinen Gewürzen
- Rindsknacker mit perfekter Würzung
Schon der Duft lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Doch wichtiger als die Produkte selbst ist die Begeisterung, mit der sie präsentiert werden.
Ein Geschäftserlebnis, das nachhallt
Die Familie verlässt das Geschäft nicht nur mit vollen Bäuchen, sondern auch mit prall gefüllten Taschen. Doch mehr noch als die Einkäufe bleibt die Erinnerung an einen Service, der heute selten geworden ist. Im Auto stellt sich die Frage: „Warum ist das bloß nicht überall so?“
Schnell fallen etliche andere Lokale und Läden ein, in denen Kunden mit einem mauligen „Mittagstisch ist vorbei“ abgefertigt worden wären. Die Fleischerei in Ueckermünde beweist das Gegenteil: Hier wird jeder Kunde als Chance gesehen, nicht als Störfaktor.
Was macht den Unterschied aus?
Die Analyse der Begegnung führt zu klaren Erkenntnissen:
- Die richtigen Menschen am richtigen Platz: Monika Tessmann und Niclas Jelitte sind geborene Dienstleister, die ihre Arbeit mit Leidenschaft ausüben.
- Führung, die motiviert: Chef Robert Kriewitz schafft offenbar ein Arbeitsumfeld, in dem sich Mitarbeiter wertgeschätzt fühlen und stolz auf ihren Betrieb sind.
- Angemessene Vergütung: Guter Service hat auch mit fairer Bezahlung zu tun – ein Faktor, der in der Dienstleistungsbranche oft unterschätzt wird.
Die Fleischerei in Ueckermünde zeigt, dass exzellenter Service kein Relikt vergangener Zeiten sein muss. Mit engagierten Mitarbeitern, die ihre Arbeit lieben, und einer Führungskraft, die die richtigen Rahmenbedingungen schafft, kann Handel auch heute noch begeistern. Ein Beispiel, das Schule machen sollte – nicht nur in der Uckermark, sondern überall dort, wo Kunden nach Wertschätzung und Qualität suchen.



