E-Commerce-Boom: Zoll fertigt 790 Millionen Sendungen ab
Zoll fertigt 790 Millionen Sendungen ab

Die explosionsartige Zunahme des internationalen Onlinehandels stellt den deutschen Zoll vor immer größere Herausforderungen. Im vergangenen Jahr bearbeitete die Behörde knapp 790 Millionen Warensendungen mit einem Gesamtwert von 1,4 Billionen Euro. Das gab der Präsident der Generalzolldirektion, Armin Rolfink, bei der Vorstellung der Jahresbilanz auf dem Flughafen Leipzig/Halle bekannt. Im Jahr 2024 waren es noch 595 Millionen Sendungen im Wert von 1,3 Billionen Euro – ein Anstieg von über 32 Prozent.

Kontrollen gegen Produktpiraterie und Schmuggel

Der Zoll prüft die eingehenden Pakete unter anderem auf Produktpiraterie, Verstöße gegen Artenschutzbestimmungen und verbotene Arzneimittel. Zudem ist die Behörde für die Erhebung von Einfuhrumsatzsteuern und Zollabgaben zuständig. Mit der steigenden Zahl der Sendungen wächst auch der Kontrollaufwand erheblich.

Chinesische Händler als Treiber

Hauptgrund für den massiven Anstieg ist laut Rolfink der anhaltende E-Commerce-Boom, der vor allem von Versandhändlern aus China angetrieben wird. Immer mehr Verbraucher bestellen direkt bei Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress, was zu einer Flut von Kleinsendungen führt.

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Personalaufstockung geplant

Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, kündigte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) an, den Zoll in diesem Jahr mit 1.500 zusätzlichen Kräften zu verstärken. Derzeit beschäftigt die Behörde bundesweit rund 49.000 Mitarbeiter. Die neuen Stellen sollen vor allem in den Paketkontrollzentren an den Flughäfen und in den Sortierzentren eingesetzt werden.

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