26-Jähriger übernimmt Vermieter-Chefposten in Pasewalk: 1700 Wohnungen und Herausforderungen
26-Jähriger wird Vermieter-Chef in Pasewalk

Junger Geschäftsführer übernimmt Wohnungsbaugesellschaft in Pasewalk

In der Führungsetage von Pasewalks größtem Vermieter hat ein bedeutender Wechsel stattgefunden. Die Wohnungsbaugesellschaft Pasewalk (Woba) hat mit Dennis Becken einen neuen Geschäftsführer ernannt. Der erst 26-Jährige übernimmt diese verantwortungsvolle Position von Ralf Hacker, der seit 1998 bei der Woba tätig war und seit März 2022 als Chef fungierte. Hacker bleibt dem städtischen Unternehmen jedoch weiterhin als Bautechniker erhalten.

Vorbereitung auf die Führungsrolle

Für Dennis Becken bedeutet der neue Posten keinen Sprung ins kalte Wasser. Zweieinhalb Jahre lang arbeitete er als Assistent der Geschäftsführung, was ihm wertvolle Einblicke in die Unternehmensabläufe verschaffte. „Diese Zeit konnten wir nutzen, ihn auf die Geschäftsführung vorzubereiten. Auch in der Wohnungswirtschaft ist es nicht einfach, gutes Personal zu bekommen“, erklärt Ralf Hacker. Becken selbst betont: „Durch die Assistenz-Zeit weiß ich, was auf mich zukommt.“

Der neue Geschäftsführer hat eine solide Ausbildung im Immobilienbereich absolviert. In Berlin erlernte er den Beruf des Immobilienkaufmanns und schloss anschließend ein Studium in Rostock mit dem Bachelor als Immobilienökonom erfolgreich ab. Sein Ziel ist es, langfristig in Pasewalk zu bleiben und aktiv an der Stadtentwicklung mitzuwirken.

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Herausforderungen im Wohnungsmarkt

Die Woba steht in den kommenden Jahren vor mehreren komplexen Aufgaben. Einerseits besteht ein Bedarf an hochwertigem Wohnraum, andererseits müssen die Mieten sozialverträglich bleiben. Ralf Hacker weist darauf hin, dass Kaltmieten von 11 bis 13 Euro pro Quadratmeter schwer zu realisieren sind. „Warmmieten von 1300, 1400 Euro sind nicht leicht zu realisieren“, sagt er. Solche Mieten seien jedoch notwendig, um Investitionen rentabel zu gestalten.

Dennis Becken betont gleichzeitig den Anspruch, ein sozialer Vermieter zu bleiben. Ein Problem stellt dabei die staatlich gezahlte Leistung der Kosten der Unterkunft (KdU) dar, die oft zu gering ist, um Wohnraum angemessen herzurichten. Im kreisweiten Vergleich liegt Pasewalk bei der gezahlten KdU-Summe am unteren Ende. Die durchschnittliche Kaltmiete in der Stadt beträgt 4,88 Euro, und erst nach etwa 20 Jahren wurde kürzlich eine Mieterhöhung vorgenommen.

Sanierungsprojekte und Leerstandsbekämpfung

Die Woba plant umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, insbesondere für Wohnungen aus den 1960er Jahren in der Marktstraße und der Stettiner Straße. „Uns fehlt einfach der Goldesel im Keller“, beschreibt Ralf Hacker die finanzielle Herausforderung. Jede Sanierung muss sorgfältig geprüft und in Absprache mit der Stadt durchgeführt werden.

Um den Leerstand zu verringern, sind auch Rückbauprojekte geplant. Für die Herderstraße 9 bis 12 und 13 bis 16 liegt bereits die Baugenehmigung vor. Die Mehrgeschosser sollen von sechs auf vier Etagen reduziert werden, wobei der Rückbau der beiden oberen Etagen im März beginnen soll. Perspektivisch ist ein ähnliches Projekt in der Roßstraße vorgesehen, nachdem ein Rechtsstreit erfolgreich abgeschlossen wurde.

Bestand und Gewerbeimmobilien

Die Woba verwaltet einen umfangreichen Immobilienbestand. Eigene 1771 Wohnungen und 58 Gewerbeeinheiten gehören zum Portfolio, zusätzlich werden 182 Wohnungen und 166 Gewerbeeinheiten für andere Eigentümer verwaltet. Die Belebung der Gewerbeimmobilien stellt eine weitere Herausforderung dar. „Es ist schwierig, in leer gezogenen Geschäften wieder Einzelhandel hineinzubekommen“, merkt Ralf Hacker an. Dennoch konnten einige der in den vergangenen Monaten aufgegebenen Gewerbeeinheiten bereits wieder vermietet werden.

Die Kombination aus jungen Führungskräften und erfahrenen Mitarbeitern soll der Woba helfen, die vielfältigen Aufgaben zu bewältigen und weiterhin eine wichtige Rolle im Pasewalker Wohnungsmarkt zu spielen.

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