Münchner Immobilienmarkt: Preise stabilisieren sich nach historischem Einbruch
Münchner Immobilien: Preise stabilisieren sich nach Einbruch

Münchner Immobilienmarkt: Stabilisierung nach historischem Preisverfall

Der Münchner Immobilienmarkt hat seine Rekordphase endgültig hinter sich gelassen, bleibt jedoch weiterhin auf einem extrem hohen Preisniveau. Nachdem die Preise zwischen 2022 und heute um etwa 20 bis 25 Prozent regelrecht abgestürzt waren, zeigen sich nun erste Stabilisierungstendenzen. Der deutsche Immobilienverband Süd (IVD) bestätigte diese Entwicklung in seinen aktuellen Zahlen vom Mittwoch.

Eigentumswohnungen: Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau

Die meistgehandelte Immobilie in München, die Eigentumswohnung im Bestand, bewegt sich derzeit mehr oder minder seitwärts. Aktuell kostet der Quadratmeter im Schnitt 7800 Euro, nachdem dieser Wert Ende des vergangenen Jahres noch bei 7725 Euro lag. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2022 wurden für den Quadratmeter Münchner Eigentumswohnung im Bestand noch durchschnittlich 9475 Euro verlangt.

Ähnlich verhält es sich bei Neubauwohnungen. Nachdem diese zur Hochphase 2022 bereits die fünfstellige Schwelle mit sagenhaften 11.700 Euro je Quadratmeter überschritten hatten, pendelt sich das Niveau nun auf einem klar vierstelligen Wert ein. Aktuell kostet diese Immobilie 9900 Euro je Quadratmeter.

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Häuser: Unter einer Million geht nichts

Für neu gebaute Doppelhaushälften mit gutem Wohnwert bewegt sich der Preis weiterhin in hohen Sphären. Im Schnitt sind derzeit 1,63 Millionen Euro fällig – exakt der gleiche Wert wie vor einem Vierteljahr. Seit Herbst 2024 hat sich hier kaum etwas verändert. Zum Vergleich: Zwischen 2021 und 2022 kostete diese Münchner Immobilie noch 1,98 Millionen Euro.

Im Bestand zahlen Käufer für die Münchner Doppelhaushälfte unverändert 1,35 Millionen Euro. Auch Neubau-Reihenmittelhäuser sind in München weiterhin deutlich mehr als eine Million Euro wert. Aktuell kosten sie unveränderte 1,18 Millionen Euro, während in Rekordphasen bis zu 1,48 Millionen Euro fällig waren.

Freistehende Einfamilienhäuser und Baugrundstücke geben weiter nach

In einem Segment fallen die Preise jedoch weiterhin spürbar: Bei freistehenden Einfamilienhäusern – einem extrem seltenen Objekt in München – sank der Kaufpreis im Vierteljahresvergleich von 2,8 Millionen auf 2,65 Millionen Euro. Der Rekordwert von 2022 erzeugt dabei regelrecht Schnappatmung: Damals lag der Höchststand bei atemberaubenden 3,75 Millionen Euro.

Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei Baugrundstücken, wo die Nachfrage weiterhin gering bleibt. Bauträger und Investoren verhalten sich weiterhin äußerst zögerlich. Der Quadratmeterpreis für Mehrfamilien-Hausbau liegt aktuell bei 2850 Euro – ein Minus von 3,4 Prozent. Wer in ein Einfamilienhaus bauen möchte, zahlt 2700 Euro je Quadratmeter, was einem Rückgang von 1,8 Prozent entspricht.

Investoren bleiben zurückhaltend

Die allgemeine Zurückhaltung von Investoren und Bauträgern prägt weiterhin das Marktgeschehen. Während Bürogebäude wie die neue BVK-Zentrale in Bogenhausen weiterhin flott hochgezogen werden, herrscht im privaten Neubau in München weitgehend Stillstand. Die fetten Jahre sind vorbei, wie es in einem bekannten kapitalismuskritischen Film aus dem Jahr 2004 heißt – für den Münchner Immobilienmarkt gilt diese Aussage derzeit durchaus.

Dennoch bleibt München eine der teuersten Immobilienregionen Deutschlands. Ein kleiner Vergleich verdeutlicht dies: Bayernweit kostet das Reihenmittelhaus im Schnitt 729.000 Euro, während in München für dieselbe Immobilie aktuell 1,03 Millionen Euro im Bestand fällig werden. Der Münchner Immobilienmarkt befindet sich somit in einer Phase der Konsolidierung nach dem historischen Preisverfall, wobei die Frage bleibt, ob die fetten Jahre tatsächlich für immer vorbei sind oder vielleicht doch wiederkehren könnten.

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