Potsdams Mieten sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Eine Orientierungshilfe bietet der Mietspiegel, dessen neue Ausgabe nun vorgestellt wurde. Ab dem 25. Juni tritt die inzwischen elfte Auflage des Mietspiegels in Kraft, wie die Stadtverwaltung mitteilte. „Alle beteiligten Interessenvertreterinnen und -vertreter der Mieter- und Vermieterseite haben den Mietspiegel 2026 bereits anerkannt“, hieß es. Auf die neuen Mietrichtwerte können sich in der Landeshauptstadt etwa 75.000 Miethaushalte beziehen.
Rechtssicherheit für Mieter und Vermieter
„Der neue Mietspiegel ist ein verlässliches Instrument zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmieten“, erklärte Holger Catenhusen vom Mieterverein Potsdam. Das Zahlenwerk schaffe sowohl für Mieter als auch Vermieter Rechtssicherheit. Im Vergleich zu den bisherigen Auflagen des Mietspiegels werde nun stärker mit Blick auf die energetische Situation der Wohnungen ausdifferenziert. Das verdeutliche, dass es in mehreren Baualtersklassen einen sichtbaren Zusammenhang zwischen der energetischen Qualität einer Wohnung und ihrem Mietpreis gibt.
Herausforderungen beim Neubau
„Überall, wo Potsdam wächst, ist es sehr teuer. Lediglich Sozialwohnungen – deren Mieten fließen jedoch nicht in den Mietspiegel ein – sind im Neubaubereich für viele Mieter noch erschwinglich“, beklagte Catenhusen. Die Hauseigentümervereine hielten dagegen, dass die Mieten deutlich langsamer als „Instandhaltungs-, Modernisierungs- und Baukosten“ steigen würden.
Datenbasis und Anwendung
Grundlage für den Mietspiegel sind die Daten von insgesamt rund 36.000 Wohnungen im gesamten Stadtgebiet, in denen innerhalb der letzten sechs Jahre entweder neue Mietverträge abgeschlossen oder die Miete erhöht wurde. Aus ihm lässt sich die „ortsübliche Vergleichsmiete“ für die Mehrzahl der Potsdamer Wohnungen ableiten. Der Mietspiegel kann die rechtliche Grundlage zur Anpassung der Miete durch Vermieter, aber auch zur Prüfung durch Mieter bilden.
Mit dem Inkrafttreten am 25. Juni erhalten Mieter und Vermieter ein aktualisiertes Werkzeug, das Transparenz und Rechtssicherheit auf dem angespannten Potsdamer Wohnungsmarkt fördern soll.



