Ecuador bei WM: Enttäuschung nach schwachen Leistungen
Ecuador bei WM: Enttäuschung nach schwachen Leistungen

Der Stimmungsumschwung in Ecuador hätte heftiger kaum sein können. „Vor der Fußball-WM hatten viele Menschen das Gefühl, dass diese Mannschaft im Turnier weit kommen kann“, sagt Ana Lucía Salinas de Dosch. „Aber nach den ersten beiden Spielen ist die Enttäuschung groß.“ Die ecuadorianische Nationalmannschaft, Deutschlands letzter Gruppengegner, lieferte bislang enttäuschende Leistungen ab und steht nach zwei Spielen mit nur einem Punkt auf dem letzten Platz der Gruppe.

Hoffnung auf sportlichen Erfolg als Ablenkung

Für viele Ecuadorianer war die WM eine willkommene Ablenkung von den alltäglichen Problemen des Landes. Ecuador befindet sich im Ausnahmezustand: Drogenkriminalität und Gewalt bestimmen den Alltag. „Die Menschen haben gehofft, dass die Nationalmannschaft für positive Schlagzeilen sorgt und das Land für einen Moment zusammenbringt“, erklärt Salinas de Dosch. Doch die sportliche Realität sieht anders aus. Nach der Auftaktniederlage gegen den Gastgeber und einem enttäuschenden Unentschieden gegen den Außenseiter ist die Stimmung gekippt.

Krise und Kriminalität überschatten das Turnier

Die Enttäuschung über die Mannschaft trifft das Land in einer ohnehin schwierigen Zeit. Ecuador leidet unter einer Welle der Gewalt, die durch Drogenkartelle angeheizt wird. Die Regierung hatte den Ausnahmezustand verhängt, um die Sicherheitslage zu stabilisieren. „Die WM war für viele eine kurze Verschnaufpause“, so Salinas de Dosch. „Doch nun kehrt die Ernüchterung zurück, und die Probleme sind wieder präsenter denn je.“ Die Nationalmannschaft steht nun vor der schwierigen Aufgabe, im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland zu bestehen – nicht nur sportlich, sondern auch als Symbol für ein Land, das sich nach einem Erfolgserlebnis sehnt.

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