Fernsehstar Winterscheidt im Rechtsstreit mit Baufirmen
Der bekannte Fernsehmoderator Joachim Winterscheidt befindet sich in einem aufwendigen Rechtsstreit mit mehreren Baufirmen. Der 47-Jährige hat Klage wegen Baumängeln an seinem neu errichteten Einfamilienhaus in München eingereicht. Die Verhandlungen finden vor dem Landgericht München I am Lenbachplatz 7 statt und umfassen insgesamt vier verschiedene Verfahren.
Probleme mit Autolift-Abdichtung im Fokus
Im Mittelpunkt der aktuellen Verhandlung steht die fehlerhafte Abdichtung im Bereich eines Autolifts, den Winterscheidt in sein Haus einbauen ließ. Für diesen spezifischen Streitpunkt wurde ein Wert von knapp 133.000 Euro angegeben. Die zuständige Richterin verlas während der Verhandlung mehrfach den Begriff "mangelhaft", der die beanstandeten Arbeiten charakterisieren soll.
Zu den beklagten Unternehmen gehören unter anderem ein Architekt, eine Metallbaufirma und ein Landschaftsarchitekturbüro. Alle waren an der Errichtung des Hauses beteiligt und werden nun von Winterscheidt zur Verantwortung gezogen.
Gesamtstreitwert erreicht hohe Summe
Wie Cornelia Kallert, Richterin und Pressesprecherin des Landgerichts München I, bestätigte, beläuft sich der Gesamtstreitwert aller vier Verfahren auf etwa 678.000 Euro. Diese beträchtliche Summe unterstreicht die Ernsthaftigkeit der beanstandeten Mängel und den Umfang der notwendigen Nachbesserungen.
Interessanterweise erschien Winterscheidt persönlich nicht zur Verhandlung. Sein Anwalt Torsten Ilgner ließ ausrichten, der Fernsehstar sei "bedauerlicherweise nicht in München" aus beruflichen Gründen. Winterscheidt hatte zuvor den Wunsch geäußert, nicht angesprochen zu werden – eine Bitte, die aufgrund seiner Abwesenheit gegenstandslos blieb.
Vergleichsverhandlungen und Mediation geplant
Bereits Mitte Januar fand ein erster Verhandlungstermin statt, der laut Medienberichten zu einem Vergleich in Höhe von 50.000 Euro führte. Sowohl die Anwälte Winterscheidts als auch die Vertreter der beklagten Firmen signalisierten Bereitschaft, sich in den übrigen Streitpunkten ebenfalls zu einigen.
Geplant ist nun eine sogenannte Mediation – ein freiwilliges, außergerichtliches Verfahren, bei dem beide Parteien unter neutraler Moderation nach einer einvernehmlichen Lösung suchen. Dieses Verfahren findet fernab der Öffentlichkeit statt und könnte Winterscheidt die gewünschte Privatsphäre bieten.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Vier Gerichtsverfahren mit Gesamtstreitwert von 678.000 Euro
- Probleme mit Autolift-Abdichtung als aktueller Verhandlungsgegenstand
- Winterscheidt erscheint persönlich nicht, wird von Anwalt vertreten
- Bereits ein Vergleich über 50.000 Euro erzielt
- Mediation als nächster Schritt zur außergerichtlichen Einigung
Solange die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen stattfinden, besteht für Joachim Winterscheidt vorerst keine Gefahr, vor Gerichtssälen ungewollt angesprochen zu werden. Der prominente Kläger kann sich somit auf die sachliche Klärung der Baumängel konzentrieren, während die Öffentlichkeit nur begrenzte Einblicke in den Rechtsstreit erhält.



