Bäckerei-Insolvenzen steigen um 40 Prozent: Strukturwandel setzt Handwerk zu
Bäckerei-Insolvenzen steigen um 40 Prozent

Im ersten Halbjahr 2024 mussten in Deutschland 63 Bäckereibetriebe Insolvenz anmelden – ein Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das geht aus Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Erfasst wurden dabei Unternehmen aus dem Wirtschaftszweig „Herstellung von Backwaren“, also Bäckereien und Konditoreien, die selbst backen und verkaufen. Reine Verkaufsfilialen ohne eigene Herstellung sind nicht enthalten.

Größere Ketten ebenfalls betroffen

Betroffen waren laut Creditreform auch größere Bäckereiketten wie die Mecklenburger Backstuben GmbH, die Bäcker Lampe GmbH & Co. KG, die Keim & Brecht OHG sowie die Bäckerei Kayser GmbH. Die aktuelle Entwicklung sei kein kurzfristiges Phänomen, sagt der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch: „Bereits seit 2023 beobachten wir auch in dieser Branche ein erhöhtes Insolvenzgeschehen.“ Die Zahlen spiegelten einen tiefgreifenden Strukturwandel wider.

Veränderte Konsumgewohnheiten als Hauptgrund

Weil sich die Konsumgewohnheiten geändert hätten, gerate das klassische Bäckerhandwerk zunehmend unter Druck, so Hantzsch. „Viele Verbraucher, auch aus höheren sozialen Schichten, kaufen Backwaren heute an Backstationen im Supermarkt oder beim Discounter, häufig verbunden mit dem Wocheneinkauf.“ Traditionellen Fachgeschäften gehe so wichtige Laufkundschaft verloren. Vor allem kleinere, inhabergeführte Betriebe gerieten durch steigende Kosten, wachsenden Preiskampf und sparsame Konsumenten ins Hintertreffen, sagte Hantzsch.

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Strukturwandel setzt sich fort

Der Trend sei nicht neu, aber die aktuellen Zahlen belegten eine Beschleunigung des Wandels. Die Insolvenzwelle erfasse nicht nur kleine Betriebe, sondern auch mittelständische Ketten. Experten erwarten, dass die Zahl der Insolvenzen in der Branche weiter steigen wird, da der Druck durch Supermärkte und Discounter anhalte. Die traditionellen Bäckereien müssen demnach neue Wege finden, um Kunden zu binden – etwa durch Spezialisierung, höhere Qualität oder zusätzliche Dienstleistungen.

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