Bund steigt mit 40 Prozent bei Panzerbauer KNDS ein – Börsengang vor Sommerpause
Bund steigt mit 40% bei Panzerbauer KNDS ein – Börsengang

Der Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS steht offenbar kurz bevor. Die Bundesregierung und die deutschen Eigentümerfamilien haben sich Insidern zufolge auf einen Einstieg des Bundes mit 40 Prozent der Anteile geeinigt. Damit ist die letzte Hürde für das Börsendebüt genommen, das noch vor der Sommerpause erfolgen soll.

Bewertung von KNDS bei 15 bis 18 Milliarden Euro

Der deutsch-französische Hersteller der Kampfpanzer „Leopard 2“ und „Leclerc“ werde bei dem Börsengang mit rund 15 bis 18 Milliarden Euro bewertet, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Der genaue Preis – rechnerisch sechs bis sieben Milliarden Euro für den 40-Prozent-Anteil des Bundes – werde sich danach bemessen, wie sich die KNDS-Aktie nach dem Börsengang in Frankfurt und Paris entwickele.

Einigung als Durchbruch für die Emission

Ein Sprecher der Eigentümerfamilien und das Bundeswirtschaftsministerium wollten sich zu den Informationen nicht äußern, KNDS war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die Agentur Bloomberg hatte zuerst über die Einigung berichtet. Die offizielle Ankündigung („Intention to Float“) der milliardenschweren Emission sei nun in der ersten Wochenhälfte zu erwarten, sagte der Insider. Eine andere mit den Vorgängen vertraute Person ergänzte, der Haushaltsausschuss des Bundestags treffe sich am Mittwoch zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause – ein wichtiges Datum für die Zustimmung zum Einstieg.

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KNDS-Vorstandschef drängt auf schnellen Börsengang

KNDS hatte sich offiziell nur auf einen Börsengang in diesem Jahr festgelegt, Vorstandschef Jean-Paul Alary hatte aber zuletzt auf der Rüstungsmesse Eurosatory klargemacht, dass er die erste Gelegenheit für die drei bis vier Milliarden Euro schwere Emission nutzen wolle. Als letzter Termin für das Börsendebüt gilt der 13. Juli, der Tag vor dem französischen Nationalfeiertag, der in Frankreich die Sommerpause an den Kapitalmärkten einläutet.

Gleichgewicht mit Frankreich als Motiv

Die Einigung auf einen Einstieg der Bundesregierung war die letzte Hürde vor dem Börsengang. Der Bund will damit bei KNDS auch nach dem Börsengang ein Gleichgewicht der Kräfte mit Frankreich sicherstellen, das bisher 50 Prozent der Anteile hält. Nach dem Börsengang wäre ein Einstieg mit mehr als 30 Prozent nicht mehr möglich, weil der Bund dann ein Übernahmeangebot für den ganzen Konzern vorlegen müsste.

Details des Börsengangs

Beim Börsengang sollen jeweils zehn Prozent der Anteile aus dem Besitz der Familien und Frankreichs verkauft werden. KNDS war vor elf Jahren aus der Fusion der deutschen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mit der staatlichen französischen Nexter entstanden. Während KMW im Familienbesitz war, war Nexter stets staatlich. Die ehemaligen KMW-Eigentümer hatten im Vorfeld des Börsengangs signalisiert, sie wollten aussteigen und an den Bund verkaufen. Die Verhandlungen konnten aber erst im Mai beginnen, weil sich die Regierung lange uneins war, ob sie sich nicht mit 25 oder 30 Prozent begnügen solle.

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