Cern schaltet LHC ab – HiLumi-Betrieb startet 2030
Cern schaltet LHC ab – Betrieb ab 2030

Genf. Der Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Kernforschungszentrum Cern wurde am Montag um 06.00 Uhr wie geplant abgeschaltet. Der 27 Kilometer lange ringförmige Teilchenbeschleuniger wird in den kommenden vier Jahren grundlegend modernisiert, um ab Juni 2030 als High-Luminosity LHC (HiLumi-LHC) mit deutlich höheren Kollisionsraten den Geheimnissen des Universums nachzuspüren.

Letzter Strahl um 05:52 Uhr

„Mach’s gut, LHC, und danke für all die Kollisionen“, schrieb das Cern um 05.52 Uhr und 15 Sekunden auf der live geschalteten LHC-Seite. „Begeben wir uns auf den Weg zum Hilumi-LHC.“ Kurz darauf war auf der Seite ein blauer Balken mit der Aufschrift „No beam“ zu sehen – kein Protonenstrahl mehr im Beschleuniger. Der LHC war seit 2010 in Betrieb und hat unter anderem zur Entdeckung des Higgs-Bosons im Jahr 2012 geführt.

Modernisierung für die Dunkle Materie

Mit der Aufrüstung erhoffen sich Physikerinnen und Physiker ab 2030 neue Erkenntnisse über die Dunkle Materie. Diese macht zusammen mit der Dunklen Energie rund 95 Prozent des Universums aus, doch ihre Teilchen konnten bisher nie direkt nachgewiesen werden. Der HiLumi-LHC wird mit leistungsstärkeren Magneten und verbesserten Detektoren ausgestattet, um die Anzahl der Protonenkollisionen drastisch zu erhöhen. „Der HiLumi-LHC wird uns ermöglichen, seltene Prozesse zu studieren, die im LHC nicht zugänglich waren“, erklärte ein Cern-Sprecher. Die Arbeiten umfassen den Austausch von etwa 1,2 Kilometern supraleitender Kabel und die Installation neuer Fokussierungsmagnete.

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Zeitplan und Kosten

Die Umbauphase dauert von 2026 bis 2030. Die Gesamtkosten für die Hochluminositäts-Upgrade belaufen sich auf rund 1,5 Milliarden Schweizer Franken. Nach dem Wiederanlauf im Juni 2030 soll der HiLumi-LHC mindestens bis 2041 in Betrieb bleiben. Das Cern erwartet, dass die Kollisionsrate um den Faktor fünf bis sieben gegenüber dem ursprünglichen LHC steigen wird.

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