Eisbrecher befreit Windkraft-Gussteile im Hafen Ueckermünde nach Frost-Stillstand
Nach wochenlangem Stillstand durch starken Frost im Februar konnte im Industriehafen Ueckermünde-Berndshof endlich wieder Fracht verschifft werden. Ein polnischer Eisbrecher bahnte den Weg für die Auslieferung von 1400 Tonnen Gusselementen der Eisengießerei Torgelow, die für Windkraftanlagen bestimmt sind.
Frost blockiert Hafenwochenlang
Der starke Frost und das zugefrorene Stettiner Haff hatten über Wochen verhindert, dass Schiffe im Industriehafen anlegen konnten. Dies führte zu einem erheblichen Rückstau bei der Eisengießerei der Silbitz-Group in Torgelow, die ihre riesigen Gussteile ab etwa 30 Tonnen ausschließlich auf dem Seeweg ausliefert. Die ursprünglich für die siebte Kalenderwoche geplante Verladung musste ausfallen, berichtete Werkleiter Dr.-Ing. Reinhard Weiß.
Eisbrecher „Serwal“ schafft Durchfahrt
Obwohl der Haff zu Wochenbeginn eisfrei war, war der Industriehafen noch nicht zugänglich. Meik von Deetzen vom Unternehmen Nautical Mile, das mit der Bewirtschaftung des Hafens beauftragt ist, erklärte, dass der polnische Eisbrecher „Serwal“ das noch etwa 20 Zentimeter dicke Eis aufbrechen musste, damit das Frachtschiff Monika einlaufen konnte. Harald Viestenz aus Bellin beobachtete diese Maßnahme.
Verladung von 27 Windkraft-Bauteilen
Am Montag wurden 27 Bauteile für Windenergieanlagen auf das Frachtschiff verladen, darunter zwölf Rotornaben mit einem Gewicht von jeweils 60 Tonnen. Das Gesamtgewicht betrug 1400 Tonnen. Reinhard Weiß erläuterte, dass das Ziel der Schiffsreise ein in Dänemark ansässiger mechanischer Bearbeiter ist. Ein riesiger Kran der Partnerfirma BTB aus Schwedt benötigte mehrere Stunden für die Verladung.
Weitere Verschiffungen geplant
Im Hafengelände stehen noch weitere Gussteile bereit. Meik von Deetzen geht davon aus, dass in wenigen Tagen das nächste Schiff der deutschen Reederei COE anlegen wird, um sie zu verladen. Die MS Monika soll am Dienstagmorgen auslaufen, wobei der Eisbrecher erneut vor Ort sein wird, da sich unter der Wasseroberfläche noch dickes Eis befindet.
Hafen als wichtiger Logistikpunkt
Die Gießerei in Torgelow versendet etwa 300 bis 400 Bauteile pro Jahr per Schiff und ist damit der größte Nutzer des Industriehafens in Berndshof. Der Hafen, der sich im Eigentum des Landkreises Vorpommern-Greifswald befindet, wird von der Hafengesellschaft Wolgast bewirtschaftet, die Nautical Mile mit den Abläufen beauftragt hat. Neben Windkraftteilen wird hier ein- bis zweimal jährlich Dünger für die Landwirtschaft entladen.
Der Industriehafen Berndshof gilt als Sicherheitshafen und ist der nordöstlichste Seehafen Deutschlands. Die Bewirtschaftung umfasst die Koordination von Kränen, Zusammenarbeit mit Zoll und Bundespolizei sowie die Kontrolle der Hafeneinrichtungen, wobei die Schiffscrews in der Regel an Bord bleiben.



