Firmenpleiten in Deutschland auf höchstem Stand seit 21 Jahren
Firmenpleiten: Höchster Stand seit 21 Jahren

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im zweiten Quartal 2026 auf den höchsten Stand seit 21 Jahren gestiegen. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) verzeichnete von April bis Juni insgesamt 4996 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften. Dies ist der höchste Wert seit dem zweiten Quartal 2005, wie das Institut am Donnerstag mitteilte.

Anstieg um neun Prozent im Vergleich zum Vorquartal

Gegenüber dem ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der Firmenpleiten um neun Prozent. „Der Anstieg erfasst nahezu alle großen Branchen“, erklärten die Forscher. Allein im Juni gab es 1702 Firmenpleiten – zwölf Prozent mehr als im Vormonat und sogar 20 Prozent mehr als im Juni 2025.

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Insolvenzgeschehen weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau liegt“, sagte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. Die Lage sei schwierig: Die Insolvenzen träfen die Wirtschaft in der Breite. „Viele Branchen und Regionen sind gleichzeitig betroffen. Für das dritte Quartal ist weiterhin mit höheren Insolvenzzahlen als im Vorjahr zu rechnen“, so Müller.

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Frühindikator für wirtschaftliche Entwicklung

Der IWH-Insolvenztrend gilt als Frühindikator für das Insolvenzgeschehen und die wirtschaftliche Entwicklung. Für seine Analysen wertet das Institut aus Sachsen-Anhalt die aktuellen Insolvenzbekanntmachungen der deutschen Registergerichte aus und verknüpft sie mit Bilanzkennzahlen betroffener Unternehmen.

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