Eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO prognostiziert einen dramatischen Arbeitsplatzabbau in der europäischen Automobilindustrie. Demnach sind bis zum Jahr 2040 rund 726.000 der aktuell 1,6 Millionen Arbeitsplätze in der Antriebsstrang-Produktion gefährdet – ein Rückgang von 45 Prozent. Die am 16. Juli 2026 veröffentlichte Untersuchung mit dem Titel „ELAB 2040 – Wertschöpfung und Beschäftigung in der Automobilindustrie“ zeichnet ein düsteres Bild für die Branche.
Ursachen des Beschäftigungseinbruchs
Die Studie macht deutlich, dass nicht allein das Aus für Verbrennungsmotoren für den massiven Stellenabbau verantwortlich ist. Vielmehr sei die entscheidende Frage, wo künftig Wertschöpfung entsteht und ob Deutschland dabei überhaupt noch eine Rolle spielt. Der Strukturwandel in der deutschen Automobilindustrie sei bereits seit Jahren absehbar gewesen, so die Autoren. Bereits im März 2022 hatte Henning Rennert, Partner bei strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, in einem Podcast mit Daniel Stelter auf die bevorstehenden Veränderungen hingewiesen.
Reaktionen auf die Studie
Die IG Metall Bayern warnte vor Panikmache und forderte gleichzeitig die Industrie auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. In einer Stellungnahme betonte die Gewerkschaft, dass die Unternehmen nun gefordert seien, durch Qualifizierung und Innovation neue Arbeitsplätze zu schaffen. Eine im März 2026 veröffentlichte Presseinformation der Unternehmensberatung EY unterstreicht den zunehmenden Druck auf den Automobilstandort Deutschland. Die Analyse zeigt, dass die deutsche Automobilindustrie im internationalen Wettbewerb weiter an Boden verliert.
Zukunftsperspektiven für die Branche
Die Fraunhofer-Studie „ELAB 2040“ bietet eine umfassende Analyse der Wertschöpfungs- und Beschäftigungsentwicklung in der Automobilindustrie. Sie zeigt auf, dass die Disruption in der Branche gravierend ist und die Folgen für europäische Anbieter entsprechend hart ausfallen. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, seien tiefgreifende Veränderungen in der Produktion und der Unternehmensstrategie notwendig. Die Studie steht unter dem angegebenen Link zur Verfügung.



