Beim Maschinenbauer Grob in Mindelheim stehen die Zeichen auf Sparen: Die Mitarbeiter sollen laut einem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ auf einen Teil ihres Gehalts verzichten, um Arbeitsplätze zu sichern. Konkret geht es um bis zu 20 Prozent des Einkommens, wie Betriebsratschef Michael Reiner bestätigte. Die Verhandlungen über einen sogenannten Sanierungstarifvertrag laufen.
Hintergrund: Schwierige Auftragslage bei Grob
Das Unternehmen, das vor allem Werkzeugmaschinen für die Automobilindustrie herstellt, leidet unter der schwachen Nachfrage aus der Branche. Besonders der Umbau hin zur Elektromobilität belastet die Auftragsbücher. „Wir müssen die Kosten senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Die Gespräche mit dem Betriebsrat sollen bis Ende des Monats abgeschlossen sein.
Details des geplanten Sparpakets
Der geplante Verzicht soll je nach Einkommen gestaffelt sein. So sollen höhere Gehälter stärker gekürzt werden als niedrigere. Zudem ist eine Arbeitszeitverkürzung im Gespräch. Im Gegenzug will das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen ausschließen. „Unser Ziel ist es, die Belegschaft zu halten“, so der Sprecher weiter. Der Betriebsrat fordert jedoch eine verbindliche Garantie für alle Standorte.
Reaktionen aus der Belegschaft
Unter den rund 2.300 Beschäftigten in Mindelheim ist die Stimmung angespannt. Viele befürchten, dass der Verzicht nicht ausreichen wird. „Wir sind bereit, Opfer zu bringen, aber es muss fair verteilt sein“, sagte ein Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte. Die IG Metall, die die Verhandlungen begleitet, mahnt ebenfalls Transparenz an.
Ausblick: Entscheidung in Kürze
Bis Ende Juni soll feststehen, ob die Belegschaft dem Plan zustimmt. Sollte es zu einer Einigung kommen, würde der Tarifvertrag rückwirkend zum 1. Juli in Kraft treten. Ohne Einigung drohen drastischere Maßnahmen, wie der Abbau von Stellen. Die Unternehmensleitung betont, dass der Sanierungstarifvertrag die letzte Chance sei, um die Arbeitsplätze langfristig zu sichern.



