Ifo: Materialengpässe in Deutschland steigen auf 17,2 Prozent
Ifo: Materialengpässe steigen auf 17,2 Prozent

Die Materialengpässe in der deutschen Wirtschaft haben im Juni 2026 trotz einer Entspannung im Nahost-Konflikt weiter zugenommen. Wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag mitteilte, berichteten 17,2 Prozent der befragten Unternehmen von Problemen bei der Beschaffung von Vorprodukten. Im Mai lag dieser Anteil noch bei 15,9 Prozent.

Iran-Krieg belastet Lieferketten

Die Forscher führen den Anstieg auf den Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran zurück. „Die Straße von Hormus ist zwar wieder passierbar, doch die Folgen der Störungen wirken nach“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Bis zur vollständigen Normalisierung der internationalen Lieferketten dürfte es noch einige Zeit dauern.“ Die USA und Israel hatten den Iran am 28. Februar 2026 angegriffen, was zu einer wochenlangen Blockade der strategischen Meerenge führte, über die rund ein Fünftel des globalen Ölangebots transportiert wird.

Chemische Industrie besonders betroffen

Besonders angespannt bleibt die Situation in der Chemischen Industrie. Dort meldet fast jedes dritte Unternehmen (29,5 Prozent) Materialengpässe. Auch bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen verschärfte sich die Lage deutlich: Der Anteil stieg von 25,5 auf 34,2 Prozent. Bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen nahmen die Engpässe ebenfalls zu; hier liegt der Anteil betroffener Firmen bei 27,7 Prozent.

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Maschinenbau stabil, Autoindustrie steigt

Im Maschinenbau blieb die Situation mit 15,6 Prozent nahezu unverändert. In der Automobilindustrie stieg der Anteil deutlich von 10,0 auf 15,7 Prozent. Eine leichte Entspannung zeigte sich dagegen bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren: Dort sank der Anteil der Unternehmen mit Materialmangel von 23,7 auf 11,3 Prozent.

Konsumnahe Branchen weitgehend verschont

Die konsumnahen Branchen bleiben von der Mangellage bislang weitgehend verschont. Hersteller der Getränkeindustrie meldeten weiterhin keine Engpässe, betonte das Ifo-Institut. Die Störungen in der petrochemischen Lieferkette wirken sich jedoch schnell in der gesamten Wertschöpfungskette aus, da viele Vorprodukte auf Erdölbasis hergestellt werden.

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