Ifo: Materialmangel in der Industrie steigt weiter auf 17,2 Prozent
Die deutsche Industrie leidet zunehmend unter Materialengpässen. Im Juni berichteten 17,2 Prozent der Unternehmen von Engpässen, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als im Mai. Zum Vergleich: Im Januar lag der Wert noch bei 5,8 Prozent.
Nachwirkungen der Straße von Hormus
Obwohl sich die Lage im Nahen Osten entspannt hat und die Straße von Hormus wieder passierbar ist, wirken die Störungen nach. „Bis zur vollständigen Normalisierung der internationalen Lieferketten dürfte es noch einige Zeit dauern“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen.
Besonders betroffen: Chemie und Elektronik
Besonders stark betroffen sind die chemische Industrie sowie Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen. Dort berichtet rund ein Drittel der Unternehmen von Materialengpässen. Im Maschinenbau blieb die Situation mit 15,6 Prozent nahezu unverändert.
Automobilindustrie: Sprung von 10,0 auf 15,7 Prozent
In der Automobilindustrie stieg der Anteil der betroffenen Unternehmen von 10,0 auf 15,7 Prozent. Dies zeigt, dass die Branche weiterhin unter den Folgen der Lieferkettenstörungen leidet.
Entspannung bei Gummi- und Kunststoffwaren
Etwas entspannt hat sich die Lage bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren. Dort sank der Anteil der Unternehmen mit Materialmangel von 23,7 auf 11,3 Prozent. Die Getränkeindustrie meldete weiterhin keine Engpässe.



