Die deutsche Wirtschaft durchlebt einen tiefgreifenden Wandel: Innerhalb von 15 Jahren ist die Zahl der Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe um fast 20 Prozent gesunken. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Creditreform Wirtschaftsforschung.
Anteil der Industriebetriebe sinkt deutlich
Lag der Anteil industrieller Betriebe an der Gesamtwirtschaft im Jahr 2010 noch bei 7,8 Prozent, waren es 2024 nur noch 6,6 Prozent. Besonders stark fiel der Rückgang in der Druck- und Medienbranche, der Metallindustrie sowie der Bekleidungsbranche aus. Die Studie macht jedoch keine Angaben zu anderen wirtschaftlichen Kennzahlen wie Wertschöpfung oder Beschäftigung.
Strukturwandel belastet traditionelle Industrie
„Deutschland erlebt einen stillen Umbau seiner mittelständischen Wirtschaftsstruktur“, erklärte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. Der Strukturwandel gehe zulasten der Industrie, die traditionell für Produktivität, Innovation und Exportstärke stehe.
Während die Betriebszahlen im Verarbeitenden Gewerbe zurückgingen, verzeichneten Dienstleistungen, Spezialisierungen und personenbezogene Tätigkeiten Zuwächse. Besonders Hausmeisterdienste, Energieversorgung sowie die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft legten leicht zu.
Hintergrund der Untersuchung
Für die Analyse wurden die Betriebszahlen in verschiedenen Branchen in den Jahren 2010 und 2024 verglichen. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend: Die Industrie verliert an Boden, während der Dienstleistungssektor wächst.
Dieser Wandel hat weitreichende Folgen für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaftsstruktur Deutschlands. Experten sehen darin eine Herausforderung, aber auch Chancen für neue Geschäftsfelder und Innovationen.



