Pro-Potsdam-Chef Nicke: Verdi-Forderung könnte 30 Millionen Euro kosten
Nicke warnt vor 30-Millionen-Kosten durch Verdi-Forderung

Im Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung hat Bert Nicke, Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsgesellschaft Pro Potsdam, am Mittwoch erstmals die finanziellen Folgen des laufenden Tarifkonflikts mit der Gewerkschaft Verdi beziffert. Nach seinen Berechnungen würden die von Verdi geforderten Tariferhöhungen für die rund 360 Beschäftigten in den kommenden zehn Jahren zusätzliche Kosten in Höhe von 30 Millionen Euro verursachen.

Hintergrund des Tarifkonflikts

Die Pro Potsdam ist ein städtisches Wohnungsunternehmen, das rund 360 Mitarbeiter beschäftigt. Seit Monaten verhandelt die Geschäftsführung mit Verdi über einen neuen Tarifvertrag. Die Gewerkschaft fordert deutliche Gehaltssteigerungen, während das Unternehmen auf die angespannte Finanzlage und die Notwendigkeit von Investitionen in den Wohnungsbau verweist.

Nicke machte im Hauptausschuss deutlich, dass die 30 Millionen Euro, die für die Tariferhöhungen aufgewendet werden müssten, alternativ für den Bau von 600 neuen Wohnungen verwendet werden könnten. „Mit dem Geld und weiterer Förderung könnten wir 600 Wohnungen errichten“, sagte er. Dies verdeutlicht den Zielkonflikt zwischen der Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum in der wachsenden Stadt Potsdam.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Reaktionen der Stadtverordneten

Die Stadtverordneten diskutierten im Hauptausschuss erstmals öffentlich über den Tarifkonflikt. Dabei zeichnete sich eine klare Positionierung ab: Viele Abgeordnete unterstützen die Forderungen von Verdi, sehen aber auch die finanziellen Grenzen des Unternehmens. Einige forderten die Geschäftsführung auf, einen Kompromiss zu finden, der sowohl die Interessen der Beschäftigten als auch die Notwendigkeit von Investitionen in den Wohnungsbau berücksichtigt.

Die SPD-Fraktion betonte, dass die Mitarbeiter der Pro Potsdam eine faire Bezahlung verdienten, warnte aber gleichzeitig vor einer Überforderung des Unternehmens. Die Linke-Fraktion sprach sich für eine deutliche Erhöhung der städtischen Zuschüsse aus, um beide Ziele zu erreichen. Die CDU-Fraktion kritisierte die Geschäftsführung für ihre Kommunikation des Tarifkonflikts und forderte mehr Transparenz.

Bedeutung für den Wohnungsmarkt in Potsdam

Potsdam wächst seit Jahren stark, die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist enorm. Die Pro Potsdam ist ein wichtiger Akteur auf dem lokalen Wohnungsmarkt und plant zahlreiche Neubauprojekte. Sollten die Tarifforderungen von Verdi in vollem Umfang umgesetzt werden, müssten diese Projekte möglicherweise verschoben oder reduziert werden.

Nicke betonte, dass die 30 Millionen Euro Mehrkosten nicht nur den Neubau gefährden, sondern auch die Instandhaltung und Modernisierung des bestehenden Wohnungsbestands beeinträchtigen könnten. „Wir müssen Prioritäten setzen“, sagte er. „Entweder wir investieren in unsere Mitarbeiter oder in den Wohnungsbau. Beides gleichzeitig ist mit den aktuellen finanziellen Mitteln nicht machbar.“

Die Stadtverordneten wollen nun in den kommenden Wochen weitere Gespräche führen, um eine Lösung zu finden. Eine Entscheidung wird noch vor der Sommerpause erwartet.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration