Pistorius stoppt Milliardenprojekt Fregatte F126 – Wechsel zu kleineren Kampfschiffen
Pistorius stoppt Fregatte F126 – Wechsel zu kleineren Schiffen

Das Verteidigungsministerium unter Boris Pistorius stoppt das milliardenschwere Rüstungsprojekt für sechs Fregatten des Typs F126. Grund sind massive Verzögerungen und absehbare Kostensteigerungen, teilte das Ministerium in Berlin mit. Zuerst hatte der „Spiegel“ berichtet.

Kosten explodieren auf über 18 Milliarden Euro

Das zunächst als Generalunternehmer beauftragte niederländische Unternehmen Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) habe die zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen nicht einhalten können, so das Ministerium. Die erste Fregatte mit einer sogenannten Anfangsbefähigung hätte Mitte 2028 geliefert werden sollen, die folgenden Schiffe bis 2033. Bereits im vergangenen Jahr war das Projekt ins Stocken geraten. Ursprünglich waren für die sechs F126-Fregatten Kosten von rund 10 Milliarden Euro veranschlagt. Bislang sind 2,3 Milliarden Euro entstanden. Bei einer Fortführung wäre der Gesamtfinanzbedarf laut Ministerium auf mehr als 18 Milliarden Euro gestiegen.

Alternative: Acht Meko A-200 Fregatten von TKMS

Das Ministerium verwies auf die bereits im März getroffene Entscheidung, vom deutschen Hersteller TKMS acht Fregatten des Typs Meko A-200 DEU zu beschaffen. Diese sind primär für die seegestützte U-Boot-Jagd bestimmt. „Dies ist innerhalb der Nato von höchster Relevanz und nationaler Schwerpunkt Deutschlands“, hieß es. Die Meko-200-Fregatten sind mit rund 120 Metern Länge deutlich kleiner als die ursprünglich geplanten F126, die mit 166 Metern laut früheren Bundeswehr-Angaben die „größten Kampfschiffe“ der Marine werden sollten.

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Unterstützung aus Marine und Politik

Der geplante Modell-Wechsel wird laut Bericht von der Führung der Marine mitgetragen. Auch Abgeordnete aus beiden Koalitionsfraktionen hatten Pistorius zu einem Wechsel gedrängt. „Die Entscheidung ist überfällig. Die Kostenexplosion bei der F126 war nicht mehr zu verantworten“, zitiert der „Spiegel“ einen namentlich nicht genannten Abgeordneten. Mit der neuen Beschaffung setzt das Ministerium auf ein erprobtes und kosteneffizienteres System.

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