Fed-Protokolle: US-Notenbank sorgt sich um Inflation
Fed-Protokolle: Sorge um Inflation wächst

Die US-Notenbank Fed hat in den veröffentlichten Protokollen ihrer jüngsten Sitzung eine wachsende Besorgnis über die anhaltend hohe Inflation zum Ausdruck gebracht. Die Währungshüter sehen sich angesichts der hartnäckigen Preissteigerungen möglicherweise zu weiteren Zinserhöhungen gezwungen, um die Teuerung in den Griff zu bekommen.

Inflation bleibt hartnäckig

Laut den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Sitzung vom 30. April bis 1. Mai zeigten sich die Fed-Mitglieder überrascht von der Stärke der Inflation. „Die jüngsten Daten hatten den Eindruck verstärkt, dass die Inflation nicht so schnell zurückgeht wie erwartet“, heißt es in dem Dokument. Einige Teilnehmer betonten, dass die Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung ins Stocken geraten seien. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im März um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, deutlich über dem Fed-Ziel von zwei Prozent.

Zinspause in Gefahr

Die Protokolle deuten darauf hin, dass die Diskussion über eine mögliche Zinssenkung in diesem Jahr vorerst vertagt ist. Stattdessen rückt eine weitere Erhöhung des Leitzinses in den Bereich des Möglichen. „Viele Teilnehmer äußerten Unsicherheit darüber, wie restriktiv die Geldpolitik derzeit sei“, heißt es weiter. Die Fed hatte den Leitzins zuletzt auf der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent belassen, nachdem sie ihn seit März 2022 von nahe null auf dieses Niveau angehoben hatte.

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Wirtschaftliche Risiken

Die Notenbanker sehen zudem Risiken für die Konjunktur. Einige wiesen darauf hin, dass die hohen Zinsen die Wirtschaft stärker bremsen könnten als erwartet. Andere wiederum warnten vor einer Lohn-Preis-Spirale, falls der Arbeitsmarkt angespannt bleibe. Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,9 Prozent weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau. „Die Beschäftigungszuwächse waren robust, aber es gab Anzeichen für eine allmähliche Abkühlung“, so die Protokolle.

Reaktionen der Märkte

An den Finanzmärkten führten die Protokolle zu leichten Kursverlusten. Der US-Leitindex Dow Jones gab um rund 0,5 Prozent nach. Anleiherenditen stiegen, da Anleger mit einer längeren Phase hoher Zinsen rechnen. „Die Fed wird die Zinsen wohl länger hoch halten als bisher gedacht“, kommentierte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. Die nächste Zinsentscheidung steht am 11. und 12. Juni an.

Ausblick

Die Fed betont in den Protokollen, dass sie datenabhängig handeln werde. Sollte die Inflation nicht nachlassen, seien weitere Zinserhöhungen möglich. „Die meisten Teilnehmer waren der Ansicht, dass die Geldpolitik gut positioniert sei, um auf die wirtschaftlichen Entwicklungen zu reagieren“, heißt es abschließend. Analysten erwarten nun, dass die erste Zinssenkung frühestens im September erfolgen könnte.

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