Tankrabatt-Aus: Spritpreise steigen um bis zu 28 Cent – Autofahrer verzweifelt
Tankrabatt-Aus: Spritpreise steigen um bis zu 28 Cent

Seit dem 1. Juli 2026 ist der Tankrabatt der Bundesregierung Geschichte, und die Spritpreise sind schlagartig in die Höhe geschossen. Um 12.10 Uhr kostete Super im bundesweiten Schnitt 2,20 Euro pro Liter – ein Anstieg um 18 Cent im Vergleich zu kurz vor 12 Uhr. Super E10 lag bei 2,14 Euro (plus 17 Cent), Diesel bei 2,10 Euro (plus 19 Cent). An manchen Tankstellen stieg der Literpreis sogar um fast 30 Cent.

Wut an den Zapfsäulen: Autofahrer berichten

An der „bft“-Tankstelle in Erfurt (Thüringen) war das Ende des Rabatts deutlich zu spüren: Diesel stieg von 1,87 auf 2,06 Euro, Super E10 von 1,94 auf 2,10 Euro und Super von 2,00 auf 2,16 Euro. Christian Müller (61) aus Schleswig (Schleswig-Holstein) ärgert sich: „Ich habe es verpasst, bezahle jetzt 19 Cent mehr für Super, als wenn ich noch vor 12 Uhr getankt hätte. Mein Gott, das ist ein Aufschlag um 10 Prozent! Früher war für 100 Mark der Tank voll, heute für 100 Euro. Der Tankrabatt kam viel zu spät, hätte direkter und schneller bei uns ankommen müssen.“

Sandra Schenk (46) aus Erfurt beobachtete bereits am Dienstag die Preise: „Sie lagen bei Super bei 1,84 Euro pro Liter, zwei Stunden später kletterten sie auf 1,94. Jeder empfahl, heute vor 12 Uhr noch einmal zu tanken. Doch das war falsch, ich dachte, es wird günstiger. Jetzt liegt der Literpreis sogar bei 2 Euro. Beim Tankrabatt hatte ich nicht den Eindruck, dass man hätte sparen können.“

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„Tankrabatt kam nie wirklich an“

Daniel Papstein (46) aus Wiesbaden (Hessen) pflichtet bei: „Ob der Tankrabatt da war oder nicht, angekommen ist er nie wirklich. Bei Diesel lag er meiner Meinung nach nie günstiger als 12 Cent, die wirklich ankamen. Und schon gestern habe ich ordentliche Preissprünge festgestellt. Gerade jetzt, wo die Ferien starten, ist das schon dreist. Ein Schelm, der Arges dabei denkt.“

In Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) tankte Monika R. (74) noch schnell vor 12 Uhr an der Star-Tankstelle. Sie sagt: „Hier ist es eh schon am günstigsten, aber ich habe es mir genau ausgerechnet, vor 12 Uhr zu kommen, um noch einmal den günstigen Preis mitzunehmen. Ich glaube, dass die Preise gleich auf über zwei Euro hochschnellen. Deswegen tanke ich auch in einen Kanister Sprit, um mein Wohnmobil zu Hause noch einmal betanken zu können.“ Die Rentnerin muss auf jeden Cent achten: „Ich fühle mich damit alleingelassen, dass der Tankrabatt jetzt Geschichte ist. Das war schon eine Entlastung, die jetzt wegfällt.“

Preissprung um 28 Cent bei Diesel

Um 12 Uhr wurde es an der Star-Tankstelle plötzlich leer. Die Preise für Super stiegen um 20 Cent, für Diesel sogar um 28 Cent. Karl B. (80) und Christa B. (73) haben es nicht mehr rechtzeitig geschafft. „Die verarschen uns doch nach Strich und Faden“, sagt der Rentner. „Ich tanke eh nur noch für 20 Euro. Da macht das keinen großen Unterschied, wann ich komme. Wenn ich jetzt mein Auto volltanken würde, müsste ich bestimmt zehn Euro mehr bezahlen. Das ist einfach unfair. Wir – die kleinen Leute – leiden unter dem, was die Politik macht. Jetzt wird es noch schlimmer für uns.“

An einer Shell-Tankstelle in Berlin-Kreuzberg herrschte um 11.30 Uhr reger Betrieb. Hausfrau Aylina (38) hatte es gerade noch geschafft: „Mein Mann hat mich extra hergeschickt, ich soll den Wagen noch schnell volltanken, bevor es wieder hochgeht. Es ist zum Verzweifeln.“ Rentner Manfred Bunke (62) ist stinksauer: „Ich bin extra gekommen, hab es gerade noch geschafft. Ich hoffe mal, dass diese Preisschwankungen bald ein Ende haben. Wie viel die Konzerne sich davon abknapsen, das wird ja auch unterschiedlich bewertet. Von Anfang an war das nicht das richtige Konzept, was die Regierung gemacht hat mit der Bezuschussung.“

Frühzeitiger Preissprung um 11.57 Uhr

Um 11.57 Uhr sprangen die Preise an der Shell-Tankstelle drei Minuten früher als offiziell vereinbart. Diesel schnellte auf 2,09 Euro hoch – ein Plus von 13 Cent. Super kostete ab 12 Uhr 2,18 Euro, ein Plus von 16 Cent. Danach herrschte Totentanz: Bis 12.30 Uhr fuhr nur ein einziger Wagen an die Zapfsäule.

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In München tankte Felix Kellermann (29, Vertriebsleiter) zufällig noch günstig an einer Avia-Tankstelle: „Ehrlicherweise war das ein totaler Zufall. Ich wollte eine E-Zigarette kaufen, hab gesehen, dass die Preise noch günstig sind.“ Auch Johannes Bocks (23, Mediendesigner) tankte noch einmal voll: „Die anderen drei Tankstellen, bei denen ich war, hatten entweder zu oder der Diesel war ausverkauft. Ich war mir nicht sicher, ob gestern der Tankrabatt ausläuft oder heute um 12 Uhr.“ Nach 12 Uhr stiegen auch hier die Preise: Super und Diesel verteuerten sich jeweils um 17 Cent auf 2,17 Euro und 2,02 Euro.