Kurz vor dem Auslaufen des Tankrabatts der Bundesregierung um Mitternacht herrscht an den Zapfsäulen große Nervosität. Bereits am Dienstag schossen die Preise an einigen Tankstellen in Deutschland binnen Minuten drastisch in die Höhe. Im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz stieg der Preis für Superbenzin pünktlich um 12 Uhr von 1,839 Euro auf 2,039 Euro pro Liter – ein Anstieg um 20 Cent. In Berlin betrug der Sprung an einigen Stationen sogar 30 Cent, fiel aber laut dem Portal „clever-tanken“ bis 13 Uhr wieder um 10 Cent zurück.
Autofahrer nutzen letzte Gelegenheit zum Tanken
Viele Autofahrer strömten am Dienstagmorgen noch einmal zu den Tankstellen, um den Rabatt zu nutzen. In Hannover, Berlin und Hamburg bildeten sich lange Schlangen. Rentner Siegfried Stelzig (72) aus Dresden füllte nicht nur den Tank seines Autos, sondern zapfte auch Benzin für später ab. An einer JET-Tankstelle in Berlin warteten Kunden sogar auf der Straße. Spediteur Zaid Mohamed (43) aus Offenbach in Hessen hofft, dass die Preise nicht zu stark steigen.
Hintergrund des Tankrabatts
Der Tankrabatt gilt seit Anfang Mai. Die Steuern auf Benzin und Diesel wurden um 16,7 Cent pro Liter gesenkt. Die Tankstellen waren verpflichtet, diese Senkung an die Kunden weiterzugeben. Die Branchenverbände en2x und bft betonten, dass dies auch geschehen sei. Allerdings stellten die Monopolkommission und das Ifo-Institut in Untersuchungen Defizite bei der Weitergabe fest.
Preissprünge nach Rabattende erwartet
Der Rabatt läuft um Mitternacht aus, was jedoch nur für ab dann geliefertes Benzin gilt. Kraftstoff, der vorher ausgeliefert wurde, sollte noch günstiger sein. Wann die Preise wie stark steigen, ist unklar. Die 12-Uhr-Regel verhindert einen sofortigen Sprung um Mitternacht. Experten erwarten, dass der Großteil des Preisanstiegs am Mittwochmittag eintreten wird. Ein Experte riet: „So schnell wie möglich volltanken!“
Politiker fordern Preisdeckel
Auch aus der Politik kommen Forderungen nach Kontrolle der Preissprünge. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) sagte: „Entlastung an der Zapfsäule darf kein Strohfeuer sein, das nach zwei Monaten verpufft.“ Er drängt darauf, dass die Kraftstoffpreise bei der täglichen Anhebung um 12 Uhr um höchstens fünf Prozent steigen dürfen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) forderte einen Preisdeckel.



