Landwirte in Norddeutschland beobachten Wetterlage genau
Bauern blicken gespannt aufs Wetter

Die Landwirte in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern blicken gespannt auf die Wetterentwicklung. Der tägliche Blick auf die aktuellen Wetterdaten gehört für sie zur Routine. „Wir haben aktuell noch keine Dürre, und die Landwirte machen sich noch keine Sorgen“, erklärte Maike Schwerdtfeger, Pressesprecherin des Bauernverbands Schleswig-Holstein, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sie fügte jedoch hinzu: „Sollte es allerdings über einen längeren Zeitraum spürbar wärmer werden, kann sich die aktuelle Situation entsprechend verändern.“ Auch Bettina Schipke vom Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern schloss sich dieser Einschätzung an.

Tau und erste Regenfälle haben geholfen

Obwohl es in einigen Teilen Schleswig-Holsteins, etwa in Ostholstein, kaum geregnet hat, haben der ergiebige Tau und die derzeit kühleren Temperaturen geholfen. „Die Feldfrüchte können eine verbleibende Grundfeuchte nutzen“, so Schwerdtfeger. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Lage nach den stärkeren Regenfällen Anfang Mai verbessert. „Der Mais und die Zuckerrüben laufen gut auf“, berichtete Schipke. Momentan sei man mit der Situation zufrieden.

Keimende Feldfrüchte reagieren sensibel

Eine kritische Situation würde entstehen, wenn über mehrere Wochen hinweg kaum Niederschläge fallen und gleichzeitig trockene Winde sowie steigende Temperaturen auftreten. Besonders im Frühjahr reagieren Feldfrüchte empfindlich auf Trockenheit, da sie sich in der Keimungsphase befinden. Reicht die Bodenfeuchte im Oberboden nicht aus, um die Keimung und Wurzelentwicklung zu sichern, wird das Pflanzenwachstum gefährdet. Dies betrifft vor allem Sommerfrüchte wie Sommergetreide, Ackerbohnen und Mais. Einzelne Regenereignisse wie Anfang Mai bringen zwar Entlastung, gleichen aber ein längerfristiges Niederschlagsdefizit oft nicht vollständig aus.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Insel-Ereignisse nehmen zu

Die Gesamtsituation wird aufmerksam beobachtet. „Insgesamt ist die Lage derzeit noch vergleichsweise ruhig. Die Niederschläge Anfang Mai haben vielerorts für eine gewisse Entspannung gesorgt“, sagte Schwerdtfeger. Dennoch zeige sich auch in diesem Jahr der Trend zu trockeneren Frühjahrsperioden. Entscheidend werde sein, wie sich die Witterung in den kommenden Wochen entwickelt. „Außerdem nehmen wir zunehmend eine ungleichmäßige Verteilung der Niederschläge wahr“, ergänzte die Verbandssprecherin. „Insel-Ereignisse mit lokal viel Regen und fünf Kilometer weiter fällt kein Tropfen, lassen sich vermehrt beobachten.“

Anpassung an veränderte Bedingungen

Generell würden sich die Betriebe in Schleswig-Holstein an die veränderten Bedingungen anpassen, so Schwerdtfeger. Dazu gehören die Weiterentwicklung der Fruchtfolgen, der Anbau trockentoleranterer Sorten sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenstruktur und des Humusgehalts. Die Landwirte in beiden Bundesländern bleiben wachsam und reagieren flexibel auf die Herausforderungen des Klimawandels.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration