Landwirtschaft: Tariflöhne steigen in drei Stufen um jeweils 3,3 Prozent
Landwirtschaft: Löhne steigen in drei Stufen um 3,3 Prozent

Landwirtschaftliche Beschäftigte erhalten mehr Geld: Tarifabschluss mit dreistufiger Erhöhung

Die Tarifpartner in der deutschen Landwirtschaft haben sich auf eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen geeinigt. Für die rund 500.000 Beschäftigten in diesem wichtigen Wirtschaftssektor stehen in den kommenden Jahren spürbare Lohnerhöhungen an.

Dreistufige Erhöhung und Einmalzahlung vereinbart

Der Gesamtverband der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben eine Tarifeinigung mit folgenden Kernpunkten erzielt:

  • Die Tariflöhne steigen in drei Stufen jeweils um 3,3 Prozent
  • Erhöhungen zum 1. Mai 2026, 1. Januar 2027 und 1. Januar 2028
  • Zusätzliche Einmalzahlung von 300 Euro im Juli des laufenden Jahres

Diese Vereinbarung bildet die Grundlage für die regionalen Tarifverträge zwischen den Arbeitgeberverbänden und der Gewerkschaft. Der Tarifvertrag gilt vom 1. Januar 2026 bis zum 30. September 2028 und soll die Attraktivität der Branche für Fach- und Nachwuchskräfte steigern.

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Gewerkschaft und Arbeitgeber bewerten Abschluss unterschiedlich

IG-BAU-Vorstandsmitglied Christian Beck, der als Verhandlungsführer der Gewerkschaft fungierte, bezeichnete das Ergebnis als „guten Kompromiss“. Er betonte, dass dieser Abschluss dazu beitrage, die Landwirtschaft auch für junge Fachkräfte interessant zu halten und die Wertschätzung für die wichtige Arbeit in diesem Sektor zu erhöhen.

Auf Arbeitgeberseite äußerte sich GLFA-Präsident Hans-Benno Wichert deutlich zurückhaltender. Er verwies auf die angespannte wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe: „Der massive Anstieg des gesetzlichen Mindestlohns zu Jahresbeginn übt erheblichen Druck auf unser gesamtes Tarifsystem aus und stellt insbesondere Betriebe mit arbeitsintensivem Anbau von Obst, Gemüse und Wein vor enorme, teils existenzielle Herausforderungen.“

Herausforderungen für landwirtschaftliche Betriebe

Die Tarifeinigung fällt in eine wirtschaftlich schwierige Phase für viele landwirtschaftliche Unternehmen. Neben den steigenden Lohnkosten belasten zusätzlich:

  1. Erhöhte Energie- und Betriebsmittelpreise
  2. Gestiegene Anforderungen an Tierwohl und Umweltschutz
  3. Wettbewerbsdruck durch internationale Märkte

Für viele Betriebe bedeutet die Tarifeinigung daher einen echten Kraftakt, der nur durch erhöhte Effizienz und möglicherweise weitere staatliche Unterstützung zu bewältigen sein wird. Die Branche steht vor der Herausforderung, einerseits faire Löhne zu zahlen und andererseits ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

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