Brandenburg erlebt einen regelrechten Sonnenblumen-Boom. Die Anbaufläche der gelben Blütenpflanzen ist innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte gewachsen. Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg wurden in diesem Frühjahr auf einer Fläche von rund 33.400 Hektar Körnersonnenblumen ausgesät. Im Vorjahr waren es noch 21.300 Hektar – ein Zuwachs von gut 56 Prozent. Damit bleibt Brandenburg das mit Abstand wichtigste Bundesland für den Sonnenblumenanbau in Deutschland.
Brandenburg führt bundesweit
Bereits im vergangenen Jahr lag mehr als ein Drittel der gesamten deutschen Sonnenblumenanbaufläche in Brandenburg. Deutschlandweit wurden 2025 auf knapp 61.900 Hektar Sonnenblumen angebaut. Auch in anderen ostdeutschen Bundesländern legt der Anbau stark zu: In Thüringen stieg die Fläche im Vergleich zum Vorjahr um fast drei Viertel auf 11.500 Hektar. Sachsen-Anhalt meldete für 2025 eine Anbaufläche von 16.900 Hektar.
Warum Sonnenblumen immer beliebter werden
Der Landesbauernverband nennt mehrere Gründe für den Aufschwung. Sonnenblumen stellen geringe Ansprüche an den Boden, benötigen aber viel Wärme und Sonne. „Sie kommen mit den leichten, nährstoffarmen Böden in Brandenburg gut zurecht und erfordern wenig Pflanzenschutzmaßnahmen“, so der Verband. Zudem erzielen die Landwirte attraktive Erzeugerpreise im Vergleich zu Getreide. Die geernteten Körner werden sowohl zur Speiseölgewinnung als auch als Vogelfutter vermarktet.
Für viele Bauern ist die Sonnenblume eine willkommene Alternative zu Mais. „Mais lohnt sich nur bei vertraglicher Abnahme durch Biogasanlagen“, erklärt der Bauernverband. Der Schwenk auf die Sonnenblume als Sommerung biete sich daher an. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr, die Ernte im Frühherbst. Dennoch bleibt der Sonnenblumenanbau im Vergleich zu Getreide eine Nische: In Brandenburg wird Getreide in diesem Jahr voraussichtlich auf 478.400 Hektar geerntet – ein Rückgang um 1.900 Hektar gegenüber dem Vorjahr.



