Fedex verklagt US-Regierung auf Rückzahlung von Trump-Zöllen
Der amerikanische Logistikriese Fedex hat eine Klage gegen die Regierung des ehemaligen Präsidenten Donald Trump eingereicht, um die Rückerstattung bereits gezahlter Zölle zu erwirken. Diese Importgebühren wurden kürzlich vom Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten als rechtswidrig eingestuft. Die Klage wurde beim Gericht für internationalen Handel in New York eingereicht und richtet sich direkt gegen die Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP, die dem Heimatschutzministerium untersteht.
Hintergrund: Urteil des Supreme Court zu Notstandsgesetz
Der Supreme Court hatte am vergangenen Freitag entschieden, dass die von Trump verhängten Zölle auf Basis des sogenannten IEEPA-Notstandsgesetzes aus dem Jahr 1977 unrechtmäßig sind. Die Richterinnen und Richter urteilten, dass dieses Gesetz dem US-Präsidenten nicht die Befugnis gibt, eigenständig Zölle zu erheben. Trump hatte während seiner zweiten Amtszeit unter Berufung auf dieses Gesetz Zölle gegen zahlreiche Handelspartner verhängt, ohne den Kongress einzubeziehen.
Obwohl das oberste Gericht die Zölle für rechtswidrig erklärte, ließ es offen, ob die Regierung die bereits eingezogenen Zolleinnahmen an die betroffenen Importeure zurückzahlen muss. Diese Frage müssen nun andere Gerichte klären, wobei die Klage von Fedex als wegweisend angesehen wird.
Erste große Klage nach dem Urteil
Medienberichten zufolge handelt es sich bei der Klage von Fedex um die erste bedeutende rechtliche Auseinandersetzung eines großen amerikanischen Unternehmens nach dem Urteil des Supreme Court. Der Logistikkonzern argumentiert in seiner Klage, dass er einen finanziellen Schaden erlitten habe, da er Zölle für importierte Waren gezahlt habe, deren Rechtsgrundlage nun als unrechtmäßig bewertet wurde.
Fedex fordert in der Klage die vollständige Rückzahlung aller gezahlten Zölle, die auf dem IEEPA-Notstandsgesetz basierten. Dies könnte einen Präzedenzfall für weitere Unternehmen schaffen, die ähnliche Ansprüche geltend machen möchten.
Erwartete Welle von Rückforderungen
Nach dem Urteil des Supreme Court wurde bereits mit einer Flut von Rückforderungen gerechnet. Experten der University of Pennsylvania schätzen, dass es für den US-Staatshaushalt um etwa 175 Milliarden US-Dollar gehen könnte, die an Importeure zurückgezahlt werden müssten. Diese Summe entspricht ungefähr 2,5 Prozent des gesamten Bundeshaushalts der Vereinigten Staaten.
Die Klage von Fedex markiert somit den Beginn einer möglicherweise langwierigen und kostspieligen juristischen Auseinandersetzung, die erhebliche Auswirkungen auf die US-Handelspolitik und die Staatsfinanzen haben könnte. Weitere Unternehmen könnten dem Beispiel von Fedex folgen und ebenfalls auf Rückerstattung klagen, was die finanzielle Belastung für die Regierung weiter erhöhen würde.



