Nahost-Konflikt treibt Nachfrage bei Lufthansa-Direktflügen in Asien und Afrika
Der anhaltende Nahost-Konflikt hat erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Luftverkehr. Weil wichtige Drehkreuze in der Golfregion ausfallen oder stark beeinträchtigt sind, steigt an anderen Stellen die Nachfrage spürbar an. Die Lufthansa spürt diese Entwicklung besonders deutlich bei Direktflügen nach Asien und Afrika.
Ausfallende Umsteigeverbindungen als Treiber
Grund für die stark steigende Nachfrage sind ausfallende Umsteigeverbindungen über die Drehkreuze arabischer Fluggesellschaften in der Krisenregion. Betroffen sind vor allem Verbindungen nach Asien, Afrika und Australien, die traditionell über diese Knotenpunkte abgewickelt werden. Der Lufthansa-Konzern prüft daher nach eigenen Angaben, die Zahl der Verbindungen zu erhöhen – beispielsweise nach Singapur, Indien, China und Südafrika.
„Die massive Bündelung globaler Verkehrsströme über die Golf-Drehkreuze erweist sich zunehmend als geopolitischer Schwachpunkt“, erklärt Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr anlässlich der Vorstellung der Jahresbilanz. Es sei umso wichtiger, europäische Airlines und Drehkreuze nicht weiter zu benachteiligen. Europa müsse in der Lage sein, eigene Verbindungen zu den globalen Märkten aufrechtzuerhalten und auszubauen.
Hintergrund: Aufstieg arabischer Fluggesellschaften
Hintergrund dieser Entwicklung ist der Aufstieg arabischer Fluggesellschaften wie Emirates oder Qatar Airways in den vergangenen Jahrzehnten. Diese haben zunehmend Passagiere über ihre Drehkreuze am Golf gelenkt und so eine zentrale Rolle im globalen Luftverkehrsnetz eingenommen. In Deutschland wird derzeit diskutiert, ob diesen Gesellschaften weitere Landerechte an deutschen Flughäfen eingeräumt werden sollen – eine Debatte, die durch die aktuelle Krise neue Dringlichkeit erhält.
Die Lufthansa reagiert auf diese geopolitischen Verwerfungen mit einer strategischen Anpassung ihres Angebots. Direktflüge gewinnen an Bedeutung, da sie unabhängiger von instabilen Zwischenstopps machen. Diese Verschiebung könnte langfristige Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Airlines haben und die Diskussion über eine stärkere europäische Luftverkehrsautonomie befeuern.



