Reeder unterstützen Trump-Plan für Marineschutz im Persischen Golf
Reeder unterstützen Trump-Plan für Marineschutz

Deutsche Reeder fordern dringend Marineschutz im Persischen Golf

Der seit Samstag andauernde Krieg im Iran hat schwerwiegende Auswirkungen auf die internationale Schifffahrt in der Region. Nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder (VDR) können zahlreiche Schiffe deutscher Reedereien den Persischen Golf derzeit nicht verlassen. Die Gefahr von Angriffen hat die strategisch wichtige Straße von Hormus praktisch gesperrt.

Trumps Ankündigung stößt auf breite Zustimmung

US-Präsident Donald Trump hat auf seiner Plattform Truth Social angekündigt, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus sichern zu wollen. „Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren“, erklärte Trump. Diese Meerenge vor der iranischen Küste ist ein entscheidendes Nadelöhr für den globalen Ölhandel – etwa ein Fünftel aller weltweiten Öltransporte passiert diese Route.

Der VDR mit Sitz in Hamburg begrüßt diesen Vorstoß ausdrücklich. „Um den im Persischen Golf eingeschlossenen Schiffen zeitnah die Ausfahrt aus dem Kriegsgebiet zu ermöglichen, ist ein Marine-Geleitschutz dringend notwendig“, teilte der Verband der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Reedereien sehen in der Eskorte durch Kriegsschiffe die einzige praktikable Lösung, um ihre Schiffe und Besatzungen in Sicherheit zu bringen.

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Über 30 deutsche Schiffe blockiert

Nach aktuellen Schätzungen des VDR sind mindestens 30 Schiffe deutscher Reedereien im Persischen Golf eingeschlossen. Zuvor war der Verband noch von mehr als 25 Schiffen ausgegangen, die Zahl wurde jedoch nach weiteren Meldungen nach oben korrigiert. Die Schiffe können die Region nicht verlassen, da die Straße von Hormus aufgrund der akuten Gefahr von Angriffen nicht sicher passierbar ist.

Ein konkretes Beispiel für die Gefahrenlage lieferte am Mittwoch ein Containerschiff, das der Seehandelsaufsicht der britischen Marine meldete, in der Meerenge mit einem unbekannten Projektil angegriffen worden zu sein. Vor der Straße von Hormus stauen sich inzwischen zahlreiche Tanker, die auf eine sichere Passage warten.

Internationale Schifffahrt unterstützt Trumps Initiative

Nicht nur der deutsche Reederverband zeigt sich offen für Trumps Plan. Auch der internationale Schifffahrtsverband Bimco begrüßte den amerikanischen Vorstoß. Dessen Ankündigung, Tanker eskortieren zu lassen, klinge „interessant“, erklärte der Verband. Allerdings warte man auf weitere Klarstellungen zu den praktischen Umsetzungsmöglichkeiten.

Bimco wies jedoch auch auf die logistischen Herausforderungen hin: „Allerdings ist es unrealistisch, allen Tankern, die in derzeit vom Iran bedrohten Gebieten operieren, Schutz zu gewähren“, teilte der Verband mit. Eine umfassende Eskorte für alle betroffenen Schiffe würde eine sehr große Zahl an Kriegsschiffen erfordern, die möglicherweise nicht kurzfristig verfügbar sei.

Unterschiedliche Darstellungen der Lage

Zur genauen Situation an der Straße von Hormus gibt es unterschiedliche Angaben des Irans und der USA. Während die amerikanische Seite von einer praktischen Sperrung spricht, hat der Iran bisher keine offizielle Schließung der wichtigen Schifffahrtsroute bestätigt. Diese widersprüchlichen Darstellungen erschweren die Einschätzung der tatsächlichen Gefahrenlage für die internationale Schifffahrt.

Die deutsche Reedereibranche hofft nun auf eine schnelle Umsetzung von Trumps Ankündigung. Die eingeschlossenen Schiffe und ihre Besatzungen befinden sich in einer prekären Situation, die nur durch militärischen Schutz gelöst werden kann. Die kommenden Tage werden zeigen, ob und wie die US-Marine ihren Schutzversprechen nachkommen kann.

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