Ölpreise sinken nach iranischem Angriff auf Israel
Ölpreise sinken nach Iran-Angriff auf Israel

Die Ölpreise sind am Montag nach dem iranischen Angriff auf Israel deutlich gefallen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Morgen zeitweise 82,50 US-Dollar und damit rund zwei Prozent weniger als am Freitag. Auch die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich auf rund 78,20 US-Dollar. Händler sprachen von einer Entspannung, weil der Angriff in der Nacht zum Sonntag offenbar nur begrenzte Schäden angerichtet hat und die Ölversorgung nicht unterbrochen wurde.

Markt zeigt sich erleichtert

Der iranische Angriff auf Israel mit Drohnen und Raketen war von Israel, den USA und Verbündeten weitgehend abgewehrt worden. Nach Angaben der israelischen Armee wurden 99 Prozent der Geschosse abgefangen. Die Ölindustrie im Nahen Osten blieb unversehrt, insbesondere die wichtige Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert wird, war nicht betroffen.

Analysten der Commerzbank erklärten, die Marktteilnehmer hätten mit einer stärkeren Eskalation gerechnet. "Die faktische Schadensbegrenzung und die Zurückhaltung des Iran, die Öl-Infrastruktur anzugreifen, beruhigen die Märkte vorerst", sagte Ökonom Carsten Fritsch. Allerdings bleibe die Lage fragil, da Israel eine Reaktion angekündigt hat.

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Risiken bleiben bestehen

Trotz des Rückgangs warnen Experten vor weiterhin hohen Risiken. Sollte Israel militärisch gegen den Iran vorgehen, könnte dies zu einer direkten Konfrontation führen und die Ölpreise erneut in die Höhe treiben. Auch die Möglichkeit einer Schließung der Straße von Hormus durch den Iran wird als Gefahr gesehen. Die USA haben bereits zusätzliche Sanktionen gegen den Iran angekündigt, insbesondere gegen dessen Ölexporte.

Der Ölpreis hatte in der vergangenen Woche noch deutlich zugelegt, nachdem der Iran den Angriff angekündigt hatte. Am Freitag war Brent zwischenzeitlich auf über 84 US-Dollar gestiegen. Der aktuelle Rückgang zeigt, dass die Märkte die unmittelbare Gefahr als geringer einschätzen.

Auswirkungen auf Verbraucher

Für Verbraucher in Deutschland dürften die gesunkenen Ölpreise zunächst keine direkten Auswirkungen haben. Die Benzinpreise an den Tankstellen folgen den Rohölpreisen nur mit Verzögerung. Zudem sind die Steuern und Abgaben in Deutschland hoch, sodass sich Schwankungen beim Rohöl nur gedämpft auswirken. Die Heizölpreise könnten jedoch leicht nachgeben, wenn die Entspannung anhält.

Die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet die Entwicklung genau, da höhere Energiepreise die Inflation anheizen könnten. Die Inflationsrate in der Eurozone lag zuletzt bei 2,4 Prozent, ein Anstieg der Ölpreise könnte die Zielmarke von zwei Prozent gefährden. Die EZB hat jedoch betont, dass sie die Lage nicht überbewertet und die Geldpolitik nicht davon abhängig macht.

Fazit und Ausblick

Die Ölpreise sind nach dem iranischen Angriff auf Israel gesunken, weil die unmittelbare Gefahr für die Ölversorgung gebannt scheint. Analysten sehen jedoch weiterhin Risiken, insbesondere falls Israel zurückschlägt. Die kommenden Tage werden zeigen, ob sich die Lage weiter entspannt oder ob die Preise wieder anziehen. Anleger sollten die Nachrichtenlage im Nahen Osten genau verfolgen.

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